Kitzingen

Rückzieher: Pfarrer Töpfer wechselt nicht nach Kitzingen

Nach Bekanntgabe des Stellenwechsels im Juni berichtet die Kitzinger Stadtpfarrei, dass die Suche nach einem zweiten Pfarrer neu startet. Was über die Gründe bekannt ist.
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Wie viele Runden der Zeiger der Turmuhr an der evangelischen Stadtkirche Kitzingen drehen musss, bis dort die Stelle des zweiten Pfarrers besetzt ist, ist wieder völlig offen, nachdem Bernd Töpfer seine Bewerbung für die Stelle zurückgezogen hat. Foto: Frank Weichhan
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Mitte Juni war die Freude groß in der evangelischen Kirchengemeinde, als diese im Gemeindeboten verkündet hat , dass Pfarrer Bernd Töpfer wohl im Oktober von Martheidenfeld (Lkr. Main-Spessart) nach Kitzingen auf die dortige zweite Pfarrerstelle wechselt. Doch daraus wird nun doch nichts. Wie das evangelische Dekanat jetzt mitteilt, hat der 56-Jährige seine Bewerbung um die Stelle an der Kitzinger Stadtkirche zurückgezogen. Als Grund dafür nennt Pfarrer Thilo Koch in einer Pressemitteilung im Namen des Dekanats "Probleme bei der Beschaffung einer adäquaten Wohnung".

Doch die tatsächlich schwierige Suche nach einer Wohnung, die für ihn, seine Frau und ihre vier Kinder geeignet ist, war nicht der einzige Grund, bestätigt Töpfer auf Nachfrage dieser Redaktion. Wie alle Beteiligten hält er sich in der Sache betont diplomatisch in der Wahl seiner Worte und möchte auch nicht auf Details eingehen. So spricht er lediglich von unterschiedlichen Vorstellungen, die er persönlich, die Evangelische Landeskirche in Bayern (ELKB) und die Stadtkirche Kitzingen von der zu besetzenden Pfarrerstelle in Kitzingen haben. Worum es konkret ging, möchte er nicht beschreiben und stellt nur fest: "Wir haben erkannt, dass es doch nicht so gut zusammenpasst."

Koch: Schritt ist "nicht ganz ungewöhnlich"

Auch Pfarrer Koch, der im Dekanat Kitzingen derzeit die amtliche Geschäftsführung für die Kitzinger Stadtkirche innehat, hält sich bedeckt und geht bei den Gründen für Töpfers Rückzug nicht in die Tiefe. Dass es zu einem solchen Schritt kommt, sei "nicht ganz ungewöhnlich", bemüht er sich, den Vorgang zu relativieren. Für die Stadtkirche bedeutet dies, dass die Stelle des zweiten Kitzinger Pfarrers im monatlich erscheinenden kirchlichen Amtsblatt der ELKB neu ausgeschrieben wird, analog zur ersten Ausschreibung. Koch hofft, dass die Stelle bereits im Amtsblatt für September annonciert wird. Das Bewerbungsverfahren steuert dann wie üblich die Zentrale der ELKB in München.

"Wir haben erkannt, dass es doch nicht so gut zusammenpasst."
Pfarrer Bernd Töpfer

Koch stimmt zu, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Pfarrerstelle unter diesen Umständen noch in diesem Jahr besetzt werden kann. Bis dahin müsse man in der Kirchengemeinde eine Durststrecke überwinden, denn bekanntlich ist, nachdem Dekan Kern vor wenigen Wochen in den Ruhestand gegangen ist, auch dessen Stelle vakant. Dessen Nachfolgerin, Kerstin Baderschneider , kommt zum 1. Dezember. Bis dahin werden er, Pfarrer Helmut Oppelt und Diakon Holger Dubowy-Schleyer die seelsorgerischen und kirchlichen Hauptaufgaben innerhalb der Kitzinger Stadtkirche so gut als möglich erfüllen, versichert Koch. "Es halten hier alle zusammen."

Pfarrhaus in Kitzingen steht Nachfolger zur Verfügung

Auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigt er, dass die Stadtkirche weiter das Haus, in dem Pfarrer Bernd Ahrens bis zu Beginn von dessen Ruhestand im März gewohnt hat, besitzt. Dieses stünde auch einem Nachfolger zur Verfügung. Dies habe auch für Töpfer gegolten. Doch dieser hat laut Koch als gebürtiger Kitzinger auch die Möglichkeit erwogen, in sein Elternhaus zu ziehen. Doch ganz gleich wo ein Nachfolger Ahrens' unterkommt, gilt laut Koch: "Man muss sich dort auch wohlfühlen."

Er selbst habe die Entscheidung Töpfers, nicht nach Kitzingen zu wechseln, bereits seit einigen Tagen gewusst. Doch sei mit Regionalbischöfin Gisela Bornowski der jetzige Zeitpunkt der Bekanntgabe abgestimmt worden.

Töpfer macht vorerst weiter wo er ist

Wie es mit Pfarrer Töpfer weitergeht, beantwortet er selbst im Gespräch mit dieser Redaktion: "Ich werde vorerst weiter als Pfarrer in Marktheidenfeld bleiben, wie bisher." Er ist dort seit dem Jahr 1997 als Pfarrer für über 3000 Gemeindemitglieder zuständig und wirkt im Dekanat Lohr am Main auch als stellvertretender Dekan.

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