VOLKACH

Rotstift über Weihnachtslichtern

Der vom Innenministerium ausgeübte Zwang zu mehr Sparbemühungen der Stadt Volkach hat einiges losgetreten: Einmal den Entwurf eines Haushaltskonsolidierungskonzepts, das für 2016 ein Sparpotenzial von gut 640 000 Euro beinhaltet. Allerdings führte das im Stadtrat am Montagabend zu einigen Diskussionen, weil es auch um zwei kitzlige Dinge geht: um die Parkgebühren und Einschnitte bei der Weihnachtsbeleuchtung.
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Festlich geschmückt: Einsparungen bei der Weihnachtsbeleuchtung wurden im Volkacher Stadtrat diskutiert. Foto: Archivfoto: Georg Hippeli

Der vom Innenministerium ausgeübte Zwang zu mehr Sparbemühungen der Stadt Volkach hat einiges losgetreten: Einmal den Entwurf eines Haushaltskonsolidierungskonzepts, das für 2016 ein Sparpotenzial von gut 640 000 Euro beinhaltet. Allerdings führte das im Stadtrat am Montagabend zu einigen Diskussionen, weil es auch um zwei kitzlige Dinge geht: um die Parkgebühren und Einschnitte bei der Weihnachtsbeleuchtung.

Weil beides Interessen des Gewerbeverbands Volkacher Mainschleife nicht unerheblich berührt, meldete sich Vorsitzender Klaus Hart zu Wort. Der sprach sich in einem Schreiben an die Stadt gegen die im Konzept gestrichene Einführung der Brötchentaste und die Erhöhung des „Parkgroschens“ aus.

Ganz deutlich wurde Hart beim Thema Weihnachtsbeleuchtung: „Streichen Sie den Innenstadtbetrieben bitte ihre Zukunftschancen nicht zusammen und setzen Sie die weihnachtliche Atmosphäre unserer Stadt nicht aufs Spiel.“

Die geplante Kürzung bei der Beleuchtung um gut die Hälfte auf 15 000 Euro pro Jahr stieß im Stadtrat auf ein gemischtes Echo. Selbst Bürgermeister Peter Kornell zeigte deutliches Unbehagen, was die Rotstift-Bemühungen des Rechnungsprüfungsausschusses – zuständig für die Erarbeitung des Konzepts – beim weihnachtlichen Leuchten anging: „Ich kann mich mit der Reduzierung der Beleuchtung nicht anfreunden. Weniger geht nicht.“

„Ich kann mich mit der Reduzierung der Beleuchtung nicht anfreunden.“
Peter Kornell, Bürgermeister

„Wir wollen die Beleuchtung nicht abschaffen“, so Ausschussvorsitzender Heiko Bäuerlein (CSU). Man wolle aber das Ganze auf neue Beine stellen. Dass diese Beine nicht der Gewerbeverband sein kann, machte Tourismuschef Marco Maiberger klar. Der Verband könne es sich nicht leisten, die restlichen 15 000 Euro für die Weihnachtslichter zu finanzieren.

Die Warnung des Verbandes in seinem Schreiben, dass Streichungen an der weihnachtlichen Illumination sich existenziell auf die Geschäfte auswirken können, schien im Gremium kurzzeitig vergessen zu sein: Eine Mehrheit sprach sich für die halbierte Weihnachtsinvestition aus. Wirkung zeigten später allerdings verschiedene Appelle, den Lichterglanz nicht so schnöde zu beschneiden. Das Nein wurde vorerst auf eine Warteposition gestellt.

Ohne Beschluss blieb auch die Frage, ob die Parkgebühren in Volkach angehoben werden und ob die Brötchentaste irgendwann 15 Minuten Gratisparken erlaubt oder endgültig gestrichen wird. Laut Ingrid Dusolt wolle der Handel die Brötchentaste, um das Abwandern der Kunden auf die Gratisparkplätze der neuen Märkte zu stoppen. So sieht es auch der Gewerbeverband, der sich ebenfalls gegen höhere Parkgebühren wendet, da Volkach hier im Vergleich zu Kitzingen oder Gerolzhofen schon „die Spitze“ sei.

Das Ringen um das Null-Tarif-Parken für Schnelleinkäufer hat immerhin den Einfallsreichtum gefördert. Laut Marco Maiberger sei die Idee einer Park-Sanduhr noch im Gespräch. Das System, bei dem Kunden eines Ladens eine Sanduhr als Parkzeitbeleg an die Scheibe heften, ist laut Maiberger bisher zu teuer. Das könnte sich ändern, wenn– wie Kornell als Idee einwarf – Stadt und Gewerbeverband das Gerät gemeinsam finanzieren und mit Werbung billiger machen.

Das Konsolidierungskonzept war Bedingung des Freistaats für die Auszahlung einer Stabilisierungshilfe, die finanziell schwachen Kommunen ein wenig Luft verschaffen soll. Nach den ersten 500 000 Euro, die Volkach für 2014 erhielt, hatte das Innenministerium Nachbesserungen des Konzepts – sprich Sparmodelle – verlangt. Die hat der Ausschuss vorgelegt, dessen Konzept der Stadtrat nun zur Kenntnis nahm. Was darin an Erhöhungen von Gebühren und Beiträgen realisierbar wäre, soll nun die Verwaltung prüfen.

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