KITZINGEN

Rorate – Messen im Kerzenschein

Jeden Dienstag und Samstag frühmorgens um 6 Uhr steht in der Adventszeit auch dieses Jahr in der katholischen Kirche St. Johannes ebenso wie in einigen anderen katholischen Kirchen im Landkreis Kitzingen eine Rorate-Messe auf der Gottesdienstordnung. Auch viele Insider wissen nicht so genau, was eine Rorate-Messe ist.
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Stimmungsvoll: In der dunklen Kirche, nur von Kerzen erleuchtet, wurde am Dienstag die erste Rorate-Messe der Adventszeit 2012 in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes in Kitzingen gefeiert. Foto: Foto: Josef Gerspitzer

Jeden Dienstag und Samstag frühmorgens um 6 Uhr steht in der Adventszeit auch dieses Jahr in der katholischen Kirche St. Johannes ebenso wie in einigen anderen katholischen Kirchen im Landkreis Kitzingen eine Rorate-Messe auf der Gottesdienstordnung. Auch viele Insider wissen nicht so genau, was eine Rorate-Messe ist.

Die Bezeichnung dieser Messe komme vom Eröffnungsvers der Adventsgottesdienste „Rorate caeli de super“, aufgegriffen im Adventslied „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab“, sagt Pfarrer Dr. Manfred Bauer. Das wiederum gehe auf den Propheten Jesaja zurück, der dem Volk Israel in seiner großen Notsituation mit diesem Vers Hoffnung gegeben hatte. Jesaja verspreche den Menschen, dass der Messias als Erlöser wie der Tau frühmorgens vom Himmel komme.

Die Christen haben diesen Jesaja-Vers auf Jesus gedeutet und als zentrale Aussage in die Adventsliturgie, in die Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu Christi, hineingenommen. Um die Dunkelheit, die Not und Erlösungsbedürftigkeit der Menschen zu betonen, werden die Rorate-Messen in der dunklen Kirche nur mit Kerzenschein und wegen des Morgentaues auch am frühen Morgen gefeiert.

Nicht in allen Gemeinden können diese Gottesdienste am frühen Morgen angeboten werden, so dass dort adventliche Lichtermessen am Abend, oft nicht ganz richtig auch als Rorate-Messe bezeichnet, gehalten werden.

Bei der Gestaltung beziehe sich die Liturgie auf die adventlichen Themen Wiederkunft Jesu am Ende unserer Tage und die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu, dabei auch auf die besonderen Heiligengedenktage in der vorweihnachtlichen Zeit wie am kommenden Samstag das Hochfest der unbefleckten Empfängnis von Maria, der Mutter Jesu.

Oft lädt die Gemeinde wie in St. Johannes am Samstag nach der Messe zur Begegnung bei einem gemeinsamen Frühstück im Dekanatszentrum ein. Damit, so Pfarrer Bauer, solle im guten Miteinander das Kommen von Jesus Christus deutlich werden.

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