WIESENBRONN

Röntgenbild entsetzt: Kater regelrecht hingerichtet

Ein Röntgenbild zeigt das ganze Drama: 24 Schüsse trafen Ende August den zweijährigen Kater "Paulchen" in Wiesenbronn. Aber wer hat dem Tier diese furchtbaren Qualen zugefügt?
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Das Röntgenbild von „Paulchen“ zeigt das ganze Drama. Der Kater wurde von 24 Projektilen getroffen. Foto: Foto: Tierklinik
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„Paulchen“ wurde nur zwei Jahre alt. Was dem Kater zugestoßen ist und wie 24 Projektile in seinen Körper kamen – das ist die große Frage für die Besitzer, die anonym bleiben möchten. Was sie aber unbedingt wollen, ist eine Aufklärung eines furchtbaren Falles von Tierquälerei, der sich Ende August zutrug.

Eine böse Überraschung

Am letzten August-Freitag war die Besitzerin in der Kitzinger Polizeiinspektion erschienen, um Anzeige zu erstatten. Die Frau aus Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen) hatte kurz zuvor ihre Katze einschläfern lassen müssen. Als sie ihr „Paulchen“ verletzt gefunden hatte und mit ihm in eine Tierklinik geeilt war, gab es eine böse Überraschung: Auf dem Röntgenbild waren 24 Projektile zu sehen – das Todesurteil für das Tier.

Am darauffolgenden Montag folgte ein Suchaufruf über diese Redaktion. Darin stand, dass der Schütze die Katze, die kastriert, geimpft und tätowiert war, regelrecht als Zielscheibe benutzt und mindestens 24 Mal abgedrückt hat.

Das Röntgenbild ließ sich die Katzenbesitzerin mitgeben – um es als eine Art Anklage in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Ein ungewöhnliches Bild, das für Aufsehen sorgte: Die Projektile lassen sich gut erkennen. Das ganze Ausmaß der Quälerei – festgehalten durch den Röntgenblick ins Innere der Katze.

Suche läuft ins Leere

Knapp zwei Wochen später. Die Suche nach dem Täter lief bisher ins Leere. Bei der Kitzinger Polizei gingen keine Hinweise ein, auch in den sozialen Netzwerken ergaben sich keine weiteren Spuren. Sachbearbeiter Helmut Dürr kann sich nicht an einen vergleichbaren Fall erinnern. Er vermutet, dass sich der Kater in Gefangenschaft befand und angebunden gewesen sein muss – was man sich lieber nicht vorstellen möchte.

Vereinzelte Schüsse auf Katzen, so Dürr weiter, gebe es immer mal wieder. Zuletzt waren im Mai in der Kitzinger Siedlung zwei Tiere mit einer Schussverletzung gefunden worden; beide überlebten. Die Ermittlungen liefen seinerzeit ebenfalls ins Leere. Ein ebenfalls abscheulicher Fall trug sich zudem erst vergangene Wochen in Kleinlangheim zu: Dort wurden von einem Unbekannten den beiden Katzen einer Frau das Rückgrat zertrümmert.

24 Projektile im Körper

In dem aktuellen Fall deuten die 24 Diabolo-Projektile auf eine Luftdruckwaffe hin. Der Schütze musste also jedes Mal nachladen – auch das eine entsetzliche Vorstellung. Auf freiem Feld hätte „Paulchen“ flüchten können. So aber stecken zwei Dutzend Projektile in ihm: Ein Schuss ging in die Lunge, der Rest in den Kopf und entlang der Wirbelsäule. Die Besitzerin nennt die Dinge beim Namen: „Es war eine qualvolle Hinrichtung!“

Wahrscheinlich hat der Täter nicht damit gerechnet, dass der Kater sich noch nach Hause schleppen konnte und somit die Gräueltat ans Licht kam. Aufgeben will die Wiesenbronnerin noch nicht: Sie hat sich inzwischen mit Bürgermeisterin Doris Paul in Verbindung gesetzt und darum gebeten, dass der Suchaufruf und „Paulchens“ Schicksal noch einmal im örtlichen Amtsblatt veröffentlicht werden. Der Schlusssatz lautet: „Ich bin unsagbar entsetzt!“

Hinweise zu diesem Fall nimmt die Polizei Kitzingen entgegen: Tel. (0 93 21) 14 10.

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