SÖMMERSDORF/DETTELBACH

Römische Legionäre in der Kirche

Die Leidensgeschichte Jesu Christi wird meist aus der Sicht der Evangelisten erzählt. Ganz anders aber ist das Stück „Die Legionäre“, das aus der Sicht römischer Soldaten die Passion beleuchtet. Ein Ensemble der Fränkischen Passionsspiele Sömmersdorf tourt in der Fastenzeit mit diesem Stück durch Unterfranken und macht auch Station in Dettelbach. Letzte Aufführung ist an Karfreitag in Waigolshausen.
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Die Legionäre: Mit dem etwas anderen Passionsspiel sind ab 8. März Sömmersdorfer auf Tour durch Unterfranken (von links): Sebastian Grünewald, Stefan Huppmann und Robert König. Foto: Foto: Silvia Eidel

Die Leidensgeschichte Jesu Christi wird meist aus der Sicht der Evangelisten erzählt. Ganz anders aber ist das Stück „Die Legionäre“, das aus der Sicht römischer Soldaten die Passion beleuchtet. Ein Ensemble der Fränkischen Passionsspiele Sömmersdorf tourt in der Fastenzeit mit diesem Stück durch Unterfranken und macht auch Station in Dettelbach. Letzte Aufführung ist an Karfreitag in Waigolshausen.

Eine sparsame Kulisse kennzeichnet das 45-Minuten-Stück und macht Gastauftritte in den fünf Kirchen leicht möglich: Lediglich ein aus Lanzen gefertigtes Gitter, zwei Hocker und das Hoheitszeichen des römischen Weltreiches kennzeichnen die Situation eines Gefängnisses. Dort sitzt ein Soldat ein, der sich weigerte, Jesus zu geißeln.

Während der Legionär auf seine Bestrafung wartet, kommt er mit seinem Wächter und zwei Soldaten-Kameraden ins Gespräch. Es geht um Gehorsamsverweigerung und blinde Autoritätshörigkeit, um das, „was schon immer so war“, und das „Neue, das dieser Jesus verkündete“ – letztendlich geht es um den Sinn des Lebens.

Die vier Schauspieler sind ein eingespieltes Team. Immer wieder führen sie in dieser Besetzung seit 15 Jahren „das andere Passionsspiel“ auf, zuletzt 2012. Als Jesus von Nazareth stand Stefan Huppmann bei den Fränkischen Passionsspielen 2013 auf der Sömmersdorfer Freilichtbühne. Jetzt mimt er erneut den Außenseiter, den Soldaten Marcus, der bei der Geißelung Jesu den Befehl verweigert.

Vereinsvorsitzender Robert König, der bei den Passionsspielen den Pontius Pilatus verkörperte, agiert nun als abgeklärter, altgedienter Wachhabender Lupus. Judas-Darsteller Frank Greubel und Petrus-Spieler Sebastian Grünewald komplettieren bei den „Legionären“ das Römer-Quartett.

Obwohl alle vier Darsteller das Stück von Eva Rechlin schon häufig gespielt haben – Robert König kommt mittlerweile auf 50 Auftritte – sind sie immer wieder begeistert von dem „etwas anderen Passionsspiel“. Vier Soldaten, vier Charaktere, vier Schicksale erzählen eine Geschichte, „heute so aktuell wie selten zuvor“, so die Ankündigung.

Der Eintritt zu den Aufführungen ist frei, Spenden für die Sömmersdorfer Rumänienhilfe sind erwünscht.

Die Spieltermine:

Sonntag, 8. März, 18 Uhr, Pfarrkirche Ebern (Lkr. Haßberge) im „Sinnzeit“-Gottesdienst. Sonntag, 15. März, 19 Uhr, Wallfahrtskirche Dettelbach (Lkr. Kitzingen). Samstag, 21. März, 19 Uhr, Pfarrkirche Obertheres (Lkr. Haßberge). Karfreitag, 3. April, 10 Uhr, Pfarrkirche Geldersheim. Karfreitag, 3. April, 15 Uhr, Pfarrkirche Waigolshausen. Weitere Informationen im Internet unter www.passionsspiele-soemmersdorf.de

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