Laden...
RÖDELSEE

Rödelsees Kampf gegen Hundehaufen

Die Verunreinigungen durch Hunde auf dem Gebiet der Gemeinde Rödelsee sind seit Jahren Thema. Jetzt will man mit einer Hunde-DNA-Datenbank eine weitere Präventivmaßnahme einführen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei Hundehaltern beliebt: Den Weg Richtung Großlangheim nutzen viele, um mit ihrem Hund Gassi zu gehen. Auch außerhalb der Gemeinde Rödelsee ist dieser Weg bei Hundehaltern bekannt. Am Anfang des Wegs steht auf Rödelseer Seite ein Behälter mit Beuteln für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Sinnvoll wäre, auch am anderen Ende des Wegs einen solchen Behälter aufzustellen , meinen Hundehalter. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Die Verunreinigungen durch Hunde auf dem Gebiet der Gemeinde Rödelsee sind seit Jahren Thema nicht nur in Bürgerversammlungen. Die aufgestellten Behälter mit gelben Beuteln für die Hinterlassenschaften haben noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Jetzt will man mit einer Hunde-DNA-Datenbank eine weitere Präventivmaßnahme einführen. Mit knapper Mehrheit entschied das der Gemeinderat.

Auch wenn Bürgermeister-Stellvertreter Horst Kohlberger, der die Sitzung leitete, darauf hinwies, dass er mit einem Gesetz rechnet, das bei der Anmeldung eines Hundes auch eine DNA-Probe des Vierbeiners vorschreibt, bislang kann noch niemand gezwungen werden, eine solche Probe seines Hundes abzugeben. Deshalb will die Gemeinde Anreize dafür schaffen.

Zum 1. Januar 2019 soll nämlich die Hundesteuer zum Teil deutlich angehoben werden. Der erste Hund kostet dann nicht mehr 25, sondern 60 Euro. Die Steuer für den zweiten Hund steigt von 40 auf 120 Euro, für jeden weiteren Hund von 50 auf 150 Euro. Kampfhunde kosten dann 300, statt bisher 200 Euro. Sechs Räte waren für die Erhöhung, drei dagegen. Insbesondere Britta Aufmuth fand die Erhöhung überzogen. Auch konnte sie die prozentualen Unterschiede bei der Erhöhung nicht nachvollziehen. „Wenn wir den Hundedreck wegbringen wollen, müssen wir rigoros durchgreifen“, machte Horst Kohlberger deutlich.

Für die Hundehalter allerdings, die ihren Hund registrieren lassen, soll es ein Bonussystem geben. 50 Prozent der zu zahlenden Hundesteuer soll es als freiwilligen Zuschuss der Gemeinde geben. Eventuell könnte es noch weitere Rabatte geben, denn die Firma Mistkäfer, mit der die Gemeinde eventuell bei der DNA-Datenbank zusammenarbeiten möchte, ist auf der Suche nach Partnern, die bei bestimmten Tierbedarf-Produkten Nachlässe gewähren.

Der promovierte Molekularbiologe Andy Wende von der Firma Mistkäfer hatte im Gemeinderat das System erläutert. Demnach würde von jedem Tier ein genetischer Pfotenabdruck erstellt. Er versicherte, dass dabei kein Rückschluss auf die Rasse oder genetische Erkrankungen des Tieres gezogen werden könnten.

Mit einem Maulabstrich, der dem Hund nicht weh tue, werde die Probe für die Registrierung genommen. Sowohl dafür als auch dann für die Kotprobenentnahme stelle Mistkäfer Sets zur Verfügung.

Die Probenentnahme, so war der Tenor im Gemeinderat, solle durch Gemeindemitarbeiter erfolgen. Durchschnittlich sei in einem Hundehaufen nach bis zu drei Tagen DNA nachweisbar. Hier spiele auch die Witterung eine große Rolle. Verunreinigungen, zum Beispiel durch einen anderen Hund, wie eine Zuhörerin nachfragte, sind laut Wende bei der Analyse erkennbar.

In welchem Bereich Proben genommen werden sollen, also innerorts, in den Weinbergen oder in der Flur, damit wird sich der Gemeinderat noch beschäftigen. Wenn es dann in der Datenbank einen Treffer geben würde, dann greife die Straßenreinhalteverordnung der Gemeinde, wonach laut Leo Eckert von der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen Bußgelder bis zu 1000 Euro verhängt werden könnten.

Klar war dem Gemeinderat aber auch, dass besonnene Hundehalter nicht für Verschmutzungen im öffentlichen Bereich verantwortlich sind. Solche Hundehalter aus Fröhstockheim und Rödelsee hatten gespannt die Debatte verfolgt. Im Gespräch mit dieser Zeitung zweifelten sie am Erfolg der Datenbank. Sie hätten sich zuvor ein Schreiben an alle Hundehalter gewünscht oder eine Versammlung. Zum anderen betonten sie, dass auch Hundebesitzer aus Kitzingen oder mit Würzburger Autokennzeichen ihre Hunde in der Flur laufen ließen. Deren Hunde würden nicht erfasst, ärgerten sich die Hundehalter.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren