KITZINGEN

Ringen um Rollstuhlrampe am Bauamt

Die Sorge, der Umbau des Stadtbauamts könnte dem Gesicht der Stadt Kitzingen einen hässlichen Pickel aufdrücken, wird vielleicht zu einem planerischen Salto rückwärts führen. In einer kontroversen Diskussion im Finanzausschuss vor gut einer Woche war eine behindertengerechte Rampe am südlichen Eingang ins Schussfeld geraten. Eine Abkehr von dieser Planung fordert jetzt auch die KIK-Fraktion in einem Antrag.
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Streit um Rollstuhlrampe: Weil manchem Stadtrat der behindertengerechte Zugang auf der Frontseite des Kitzinger Stadtbauamts zu wuchtig erscheint, könnte die vor zwei Jahren beschlossene Umbau-Planung gekippt werden. Foto: Foto: Harald Meyer

Die Sorge, der Umbau des Stadtbauamts könnte dem Gesicht der Stadt Kitzingen einen hässlichen Pickel aufdrücken, wird vielleicht zu einem planerischen Salto rückwärts führen. In einer kontroversen Diskussion im Finanzausschuss vor gut einer Woche war eine behindertengerechte Rampe am südlichen Eingang ins Schussfeld geraten. Eine Abkehr von dieser Planung fordert jetzt auch die KIK-Fraktion in einem Antrag.

Die Munition für Querschüsse auf die vor zweieinhalb Jahren im Stadtrat verabschiedete Planung lieferte die jüngst im Finanzausschuss verabschiedete Gestaltungssatzung. Zu dem Regelwerk, das das historische Gepräge der Altstadt weitestgehend bewahren soll, passt nach Meinung etlicher Stadträte weder die Metalltüre, die von der Front des denkmalgeschützten Gebäudes zum Gustav-Adolf-Platz blickt, noch die geplante Rampe auf dieser Gebäudeseite.

Recht groß dimensioniert

Die Rollstuhlrampe ist für die KIK eine Fehlplanung. Eine Beurteilung, die zuletzt auch im Ausschuss recht deutlich bestätigt wurde. Gertrud Schwab (CSU) bezeichnete den barrierefreien Zugang als „scheußlich“, Fraktionskollege Andreas Moser regte ein „Überdenken“ der Pläne ebenso an wie UsW-Spitze Manfred Marstaller.

Die Alternative zu der recht groß dimensionierten Rampe im Hauptsichtbereich der ehemaligen Post ist für Bauamtschef Oliver Graumann „problematisch“. Schließlich müsste das Bauwerk – in der Gasse zwischen Bauamt und Stadtkirche – an der „Schnittstelle“ zwischen dem stadteigenen (Alte Post) und dem angemieteten Nachbargebäude gebaut werden.

Dass die Stadt die Rampenplanung in die Altpapiertonne wirft, kam im Ausschuss nicht nur bei Graumann schlecht an. Gertrud Schwab hielt die Zeitverzögerung beim ohnehin nicht gerade schnellen Umbau des Bauamts für problematisch, ebenso die Verteuerung des Vorhabens, wenn eine neue Planung nötig wird. Eine Blamage für die Stadt befürchtete FW-Stadtrat Uwe Pfeiffle, falls der jetzige Stadtrat den Beschluss des Vorgänger-Gremiums komplett zurückdreht.

Ein Kompromissvorschlag kam von CSU-Fraktionschef Andreas Moser. Der Stadtrat solle vor Ort – gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro – die Gegebenheiten besichtigen, um die Frage einer eventuellen Neuplanung zu klären. Der Vorstoß stieß im Ausschuss auf Zustimmung. Das Gremium vertagte den Beschluss zum Umbau und stimmte für einen Ortstermin, dem dann am gleichen Tag eine Entscheidung im Stadtrat folgen soll.

Nächster Termin, um das rund 500 000 Euro teure Bauamts-Projekt in die Endphase zu bringen, wäre der 4. November. Wenn sich der Stadtrat zum Fortgang der bisherigen Planung durchringen würde, wäre der Umbau vermutlich noch 2015 fertig. Im anderen Fall bräuchte das Ganze mehr Zeit – eine aus Sicht der KIK sinnvolle Verspätung, wenn damit eine „Fehlplanung“ verhindert werden würde.

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