RIMBACH/VOLKACH

Rimbacher Kanäle werden gefilmt

Kann die Rimbacher Kläranlage saniert werden - oder muss der Volkacher Ortsteil an die Großkläranlage der Stadt angeschlossen werden? Beides kommt teuer.
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Abwasser-Probleme: Die Teichkläranlage in Rimbach ist seit gut zehn Jahren ein Sorgenkind, weil immer wieder einmal extreme Schmutzfrachten die Einrichtung überlasten und die Herkunft der Dreckbrühe im Dunkel der Rohre verborgen liegt. Foto: Archivfoto: Peter Pfannes

Die Irritationen rund um die Rimbacher Kläranlage ließen vor gut einem Jahr die Wellen hoch schlagen. So hoch, dass Bürgermeister Peter Kornell bei der Kommunalwahl 2014 in dem kleinen Ort eine Riesenschlappe erlebte. Seither herrscht Ruhe. Die bald ein Ende finden könnte: Volkach muss bis 2016 klären, ob die kleine Kläranlage eine Sanierung kriegt oder der Ort an die Volkacher Großkläranlage angeschlossen wird, so Michael Köber, Leiter der Abteilung Baurecht am Landratsamt.

Das einstige Rimbacher Reizthema, das sogar zur Gründung einer von 170 Bürgern unterstützten Interessengemeinschaft führte, war zuletzt voll in der Versenkung verschwunden. Jetzt allerdings muss die Stadt die Auflagen des Wasserwirtschaftsamts erfüllen und klären, warum die Anlage öfter mal Spitzenwerte zu verkraften hat, die ihre Kapazität um ein Mehrfaches überschreiten. Ein Problem ist laut Köber auch der zu hohe Fremdwasseranteil (Wasser, das nicht in den Kanal gehört). Um hier Klarheit zu schaffen, werde es im Herbst eine Kanaluntersuchung per Kamera geben, sagte Bürgermeister Kornell auf Anfrage. Schließlich müsse endlich einmal deutlich werden, „wo da der Hund begraben liegt.“

Die TV-Durchleuchtung der Rimbacher Abwasserleitungen – runde 53 000 Euro teuer – sollte nach einem Ratsbeschluss schon im Vorjahr in die Gänge kommen und den Blick bis in die Hausanschlüsse hinein erlauben. Nach Einsprüchen aus der Interessengemeinschaft, die die Befahrung für wenig zielführend hielt, legte die Stadt die Untersuchung auf Eis.

Konzept muss her

Seither herrscht Ruhe vor Ort, die teilweise dramatischen Schmutzfrachten, die laut Kornell der Teichkläranlage – auf 400 Einwohner ausgelegt – mehr als das Doppelte ihrer Maximalleistung abverlangt hätten, seien inzwischen deutlich seltener und weniger wuchtig geworden. Trotzdem müsse nach Maßgabe des Wasserwirtschaftsamts, das die Genehmigung der Abwassereinrichtung bis Ende 2017 verlängert habe, ein Konzept für Rimbach her: „Entweder müssen wir die Kläranlage vor Ort ertüchtigen oder das Abwasser nach Volkach weiterleiten.“

Das könnte sehr teuer werden. Als vor gut zehn Jahren die Kläranlage schon einmal auf der Kippe stand, ging es um fast 700 000 Euro für die Rohrverbindung nach Volkach. Ob die Summe noch hält und ob eine Sanierung der Kläranlage billiger wäre, das ist laut Kornell derzeit nicht zu sagen.

Kosten werden verteilt

Klar sei nur, dass – anders als vor einem Jahr von interessierten Kreisen verbreitet – die Rimbacher die finanzielle Last nicht alleine zu tragen haben. Laut Stadtratsbeschluss von 2007 werden die Sanierungs- und Neubauarbeiten an den Kläranlagen sowohl in Volkach wie in den Ortsteilen auf alle Schultern verteilt, also über die Kanalgebühren.

Welche Lösung kommt, ist laut Kornell völlig offen. Angesichts der chronisch klammen Stadtkasse müsse ein Weg gefunden werden, der „gesamtwirtschaftlich“ passt. Ob das die vom Wasserwirtschaftsamt bevorzugte Anbindung Rimbachs an die Volkacher Kläranlage und damit die Schließung der ortseigenen Teichkläranlage ist, wird sich in Kürze zeigen müssen.

Spannend – falls Letzteres eintrifft – wird dann auch die Frage, ob die Rimbacher wie 2014 wieder auf die Barrikaden gehen. Damals, bei der Bürgermeisterwahl bekam Kornell in dem kleinen Ort eine große Quittung: Drei Viertel der Wähler stimmten für Konkurrent Fred Mahler.

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