Geiselwind

Richtfest bei Puma: Von Bienen, Storch und langen Leitungen

Kilometerlange Leitungen, über 33 000  Kubikmeter Beton und ein ganz besonderer Baustellenkontrolleur – das war das Richtfest für das Puma-Logistikzentrum in Geiselwind.
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Der Rohbau für das 70 000 Quadratmeter große Multi-Channel-Zentrallager des Sportunternehmens Puma SE in Geiselwind schreitet sichtlich voran: Am Donnerstag wurde mit einer kleinen Feierstunde Richtfest gefeiert. Rund 200 Millionen Euro beträgt die Gesamtinvestition in diesen Standort im Landkreis. Foto: Gerhard Krämer
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Der Rohbau für das 70 000 Quadratmeter große Multi-Channel-Zentrallager des Sportunternehmens Puma SE in Geiselwind schreitet sichtlich voran: Am Donnerstag wurde mit einer kleinen Feierstunde Richtfest gefeiert. Rund 200 Millionen Euro beträgt die Gesamtinvestition in diesen Standort im Landkreis.

Zwei Tage sind Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel in besonderer Erinnerung: Der 23. November 2007, als er erste Kaufgespräche mit den Grundstückseigentümern führt, um das Gewerbegebiet Inno-Park Geiselwind verwirklichen zu können, und der Spatenstich für das Logistikcenter am 18. Februar dieses Jahres. Der Gebäudekomplex sei ein Hingucker und mache Geiselwind und den Landkreis noch interessanter.

Bis zu 300 Mitarbeiter pro Schicht

Landrätin Tamara Bischof freut sich, dass Puma an diesen Standort glaubt und damit den Landkreis als attraktiven Wirtschaftsstandort stärkt. Der bedeutende Name sei das eine, das andere, die Arbeitsplätze, die dahinter stehen. Von 200 bis 300 Mitarbeitern ist pro Schicht die Rede.

Puma SE schultert so ein Projekt natürlich nicht alleine. So feierten der Investor Dietz AG und der Generalunternehmer Bremer AG zusammen mit dem Sportunternehmen, dem Logistiker BLG Logistics Group und dem Intralogistik-Spezialisten TGW sowie am Bau beteiligten gemeinsam das symbolische Richtfest mit Richtkranz-Zeremonie und Richtspruch durch Guido Meuter, Bauleiter der Bremer AG. Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG, berichtete von einem raschen Baufortschritt bis zur Halbzeit und kündigte an, Ende September bereits mehr Flächen als geplant zum Montagebeginn an TGW zu übergeben.

Dietz ging auch auf Umwelt und Klima ein, denn das Logistikzentrum wird nach strengen Nachhaltigkeitsrichtlinien entwickelt. Dazu gehören auch eine Photovoltaik-Anlage, die Nutzung von zertifiziertem Grünstrom, eine Regenwassernutzungsanlage und LED-Beleuchtung. Dazu wird ein Großteil der Dachfläche begrünt, um Bienenpopulationen zu fördern, die von einem Imker gepflegt werden. Des Weiteren werden bis zu 400 Bäume gepflanzt. Fünf Tonne Kohlendioxid sollen so kompensiert werden.

Ein Storch als Baustellenkontrolleur

Derzeit sind laut Dietz bis zu 180 Fachleute vor Ort tätig, mit steigender Zahl auf bis zu 350 Experten, die gleichzeitig am Objekt tätig sind. 150 Fachingenieure und Techniker wirken allein bei Bremer mit. Sein Wunsch: Dass nach der zweiten Halbzeit am Ende alle als Gewinner vom Platz gehen. Nur einer wird etwas traurig sein. Die riesigen Betonsäulen für die 21,5 Meter hohe Halle sind nicht mehr zugänglich. Wie Thomas Jansky, zuständig für die Projektsteuerung, bei einem Baustellenrundgang erzählte, hatte ein Storch sich darauf niedergelassen und sich die Baustelle von oben angeschaut.

Rund 300 000 Kubikmeter Erde sind laut Michael Dufhues (Vorstand Bremer AG) bewegt worden. Von rund 7000 Fertigteilen seien etwa 4000 mit der Bahn bis Nürnberg transportiert worden. Weiter verzeichnet die Statistik fünf Kilometer verlegte Leitungen im Boden und 33 500 Kubikmeter verbauten Beton. Besonders hob Dufhues die frühzeitige Kooperation und Teamarbeit aller Projektpartner hervor. "Das macht den Erfolg des Projektes aus."

122 000 Artikel für Zentraleuropa

"Es wurde ganze Arbeit bislang geleistet", lobte Michael Lämmermann, Chief Financial Officer bei Puma SE. Schnelligkeit ist für Puma ja Leitmotiv, auch, weil das Unternehmen immer schneller auf die Wünsche seiner Kunden eingehen will. Über 75 Millionen Teile sollen pro Jahr ausgeliefert werden, rund 122 000 verschiedene Artikel sollen von Geiselwind aus ganz Zentraleuropa erreichen.

Darum kümmert sich auch Frank Dreeke (Vorsitzender des Vorstands von BLG). Ab Oktober wird die Montage der Intralogistik beginnen. 22 Kilometer Fördertechnik wird eingebaut. Installiert wird laut Johann Steinkellner von TGW ein leistungsstarkes Shuttle-System mit 730 000 Stellplätzen.

Die Fertigstellung des Komplexes mit 63 500 Quadratmeter Logistikfläche, 5800 Quadratmeter Büro- und Sozialflächen und mehr als 7000 Quadratmeter Technikflächen ist für Ende März 2020 geplant.

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