KITZINGEN

Richard-Rother-Schule: Diskussion um Namen läuft

Darf eine Schule den Namen eines Mannes mit Nazi-Verstrickungen tragen? Darüber wird an der Richard-Rother-Realschule derzeit diskutiert.
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La-Ola-Welle für die Vielfalt: Um punkt 12.30 Uhr kamen alle 600 Schüler der Richard-Rother-Realschule in Kitzingen im Hof der Realschule zusammen, um gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung zu demonstrieren. Foto: Foto: Gerd Ulherr

Über die Frage, wie die Richard-Rother-Realschule in Kitzingen mit ihrem Namensgeber umgeht, wird derzeit diskutiert: schulintern in den zuständigen Gremien.

Eine Entscheidung, ob die Schule den Namen des wegen seiner Verstrickungen in der Nazizeit in die Schlagzeilen geratenen fränkischen Künstlers behält oder nicht, ist derzeit noch offen.

Das sagte der Schulreferent des Kreistags, Stefan Wolbert, der gleichzeitig stellvertretender Schulleiter der Kitzinger Realschule ist, in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses des Kreistags. Dort hatte Kreisrat Alfred Rückel (Freie Wähler) nachgefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, dass sich der Landkreis als Schulaufwandsträger der Rother-Schule in der Frage der Namensgebung positioniere?

Dazu gab es ein klares „Nein“ der Landrätin Tamara Bischof, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Die Landrätin riet dringend, die Prüfung der Namensgebung durch die Schulfamilie abzuwarten. Der Landkreis sei für den Sachaufwand der Schule da, die Frage des Namens sei vor allem Sache der Staatlichen Schule. Die Landrätin sieht in diesem Fall in allererster Linie die Schulleitung in der Pflicht.

Die habe das in einem solchen Fall vorgesehene Verfahren eingeleitet, so Stefan Wolbert in der Sitzung. „Derzeit läuft in der Schule der Prozess der Meinungsbildung“, sagte Wolbert. In den würden alle Beteiligten, von der Schulleitung über die Lehrer bis zu den Schülern und Eltern eingebunden.

Vor ein paar Tagen habe es dazu eine Informationsveranstaltung mit Vertretern des Kultusministeriums, einem Historiker und dem Kitzinger Stadtrat Klaus Christof gegeben. Der hat zwei Ausstellungen über den lange in Kitzingen tätigen Künstler konzipiert, die in diesem Jahr zu sehen sind. Es habe in der Versammlung viele Informationen gegeben, so Wolbert, die jetzt in den zuständigen Schulgremien diskutiert würden. Wie die Entscheidung am Ende ausfällt, ob die Schule den Namen abgibt oder behält, könne man derzeit noch nicht sagen. „Spannend bleibt es allemal“, so Wolbert.

Armin Knab auf dem Prüfstand

Wie so etwas laufen kann, machte Margit Hofmann als Chefin des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen deutlich. Auch der Komponist, Musiker und Namensgeber Armin Knab war vor einigen Jahren in den Verdacht der Nähe zu den Nazis gekommen. Die Schule habe das Thema aufgearbeitet, unter anderem in einem Geschichtsseminar der Oberstufe. Am Ende habe sich gezeigt, dass Knab „ein unpolitischer Mensch“ war. Der Name konnte bleiben, so Hofmann.

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