Dettelbach
Wettbewerb

Rettungsschwimmer-Nachwuchs mit vollem Einsatz

Beim Rettungsschwimmen geht es nicht nur um die besten Zeiten. Die Jugendlichen sollen vielmehr lernen, wie sie ihre erlernten Fähigkeiten vertiefen - und gemeinsam erfolgreich sein können.
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Viel Bewegung im Wasser gab es beim Rettungsschwimmwettbewerb in Dettelbach. Foto: Feiler
Viel Bewegung im Wasser gab es beim Rettungsschwimmwettbewerb in Dettelbach. Foto: Feiler
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Anna und Annalena zittern. Ihre Haare sind nass. Sie haben sich in Handtücher eingewickelt, um nicht ganz so stark zu frieren. Draußen in der Vorhalle ist es kälter als im Becken. Die beiden 15-Jährigen kommen gerade aus dem Becken, wo sie eben noch um die Wette geschwommen sind - und gewonnen haben.
Die zwei Mädchen nehmen am 34. Rettungsschwimmwettbewerb für Jugendliche teil. Der Wettbewerb wurde von der BRK-Wasserwacht Bezirk Unterfranken organisiert und fand am Wochenende im Dettelbacher Hallenbad statt.
Die Kinder durchlaufen dabei sechs verschiedene Disziplinen, alle als Staffel. Dabei müssen sie Rettungsbojen oder Gymnastikbälle vor sich antreiben.
Später wird dann noch in Kleidung geschwommen, um die Situation eines Notfalls, bei dem alles schnell gehen muss, so realistisch wie möglich nachzuempfinden.
Und genau das ist das Ziel der gesamten Veranstaltung: Die Wasserwachtjugend soll durch sinnvolles Training die erlernten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse immer wieder auffrischen und vertiefen. Denn nur so sind sie gut auf die Herausforderungen im Alltag der Wasserwacht gerüstet: Den Wasserrettungsdienst in Bädern, aber auch an freien Gewässern.
Bei dem Wettbewerb im Hallenbad sollen die Jugendlichen zeigen, was sie drauf haben. Dabei läuft alles kameradschaftlich ab. Die Kinder sollen begreifen, dass ein schwächeres Team, das gut zusammen arbeitet, bessere Chancen auf einen Sieg hat als ein stärkeres Team, bei dem jeder nur an sich denkt. Und wirklich: Alle, die bei der Staffel ihren Einsatz hinter sich oder noch vor sich haben, feuern den Schwimmer mit Rufen an und jubeln, sobald es auch der Letzte ins Ziel geschafft hat.
Nach dem Schwimmwettbewerb gibt es für die Jugendlichen zunächst einmal ein Mittagessen, um wieder zu Kräften zu kommen. Dann geht es nicht mehr ins Hallenbad, sondern in das Gebäude der Realschule, gleich nebenan. Der theoretische Teil beginnt: Die Kinder müssen einen Fragebogen über die Wasserwacht beantworten. Ob Einzelheiten über die Organisation, Baderegeln oder Wissen aus speziellen Fachbereichen - alles wird abgefragt. Welche Schwimmabzeichen gibt es? Was tragen die Einsatzkräfte? Wie kann ein Motorbootführer die Wasserwacht unterstützen? Schwerpunkt sind die Gefahren, die an Binnengewässern herrschen. Die Wettbewerbsteilnehmer müssen zeigen, dass sie alles Wichtige, von Bade- bis Eisregeln, in ihren Köpfen und abrufbereit haben.
Obwohl dies der theoretische Teil des Wettbewerbs ist, wird nicht nur trockenes Wissen abgefragt. So müssen die Jugendlichen zeigen, dass sie auch die erforderlichen Maßnahmen zum Beispiel bei Muskelkrämpfen drauf haben. Besonders das Thema ,Erste Hilfe' ist wichtig. Beispiele für ernsthafte Einsätze gibt es genug: Ein Kind hat sich beim Sturz vom Klettergerüst verletzt - Was ist zu tun? Wie sind Unfallzeugen zu betreuen? Und wie geht man am besten mit Patienten um? Bei all dem kommt der Spaß nicht zu kurz.
"Es macht voll Spaß", meint beispielsweise Anna. Annalena findet das Programm auch "super". Und auch Sylvia Voit, Jugendleiterin bei der BRK-Wasserwacht Unterfranken kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. "Die monatelange Vorbereitung hat sich gelohnt", sagt sie.
Die Verpflegung hat die Bereitschaft aus Kitzingen organisiert. Helfer und Betreuer wurden Unterfrankenweit gesucht. Alles läuft hier ehrenamtlich ab. "Wir liegen gut im Plan, die Stimmung ist gut und es ist noch nichts passiert", freute sich Sylvia Voit am Samstagmittag. Selbst wenn etwas passieren sollte: Hilfe ist zur Stelle. Im Eingangsbereich des Schwimmbades sitzt der Rettungsdienst, der im Notfall sofort eingreift. Und im Becken trainieren die Kinder weiter, wie man Leben rettet. Thomas Feiler



















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