Das Szenario für die Jahresübung der Feuerwehr (FFW) Mainstockheim am Dienstagabend war ebenso klar wie der Einsatz auch etwas kompliziert. Denn laut der Annahme galt es, vier Kinder aus dem Mesnerhaus neben der evangelischen St. Jakobs-Kirche zu retten, die dort während des Kindergottesdienstes bei einem Brand im Obergeschoss eingeschlossen waren.

Sofort rückte die örtliche Feuerwehr – an der Spitze Kommandant und Einsatzleiter Matthias Fuchs, mit 26 Einsatzkräften – an, um den Brand zu löschen und die eingeschlossenen Kinder zu retten.

Das gestaltete sich nicht einfach, da der Treppenaufgang zum Obergeschoss des Mesnerhauses wegen der Flammen- und Rauchentwicklung nicht mehr zugänglich war. Daher hatten die Wehrler nur über die Rettungsleiter eine Chance, an die Kinder heranzukommen. Rasch stellten die Floriansjünger die Leiter an und brachten die Kinder über den Rettungsschlitten aus luftiger Höhe in Sicherheit.

Die Verletzten mimten vier Mitglieder der Feuerwehr-Jugendgruppe, die dann von den acht Sanitätern der örtlichen Rot-Kreuz-Bereitschaft und der Schnelleinsatzgruppe Kitzingen versorgt wurden. Das Team um Notarzt Dr. Wolfgang Dietrich arbeitete Hand in Hand mit den Feuerwehrleuten zusammen und die gesamte Übung ging reibungslos über die Bühne. Davon überzeugten sich auch Landrätin Tamara Bischof, Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs, Kreisbrandinspektor Bernd Rüdiger und Kreisbrandmeister Engelbert Scherer als aufmerksame Beobachter.

Da die angenommenen Verletzungen nicht so schlimm waren und die Geretteten mehr Schocks erlitten, waren besonders die Notfallseelsorger gefragt. Sie waren mit Hanjo von Wietersheim, Elke Stapf, Burkhard Finger, Andrea Finger, Alfred Schnabel zu fünft vor Ort, um die Geretteten zu betreuen.

Rund um die evangelische Kirche verfolgten rund 100 Bürger die Übung am Kirchweihdienstag. Wie alles abläuft und welche Dinge bei solchen Einsätzen wichtig sind, darüber informierten Matthias Fuchs und Hanjo von Wietersheim übers Mikrofon die Mainstockheimer. Matthias Fuchs nutzte die Möglichkeit der Übung dazu, einen Appell an die Bürger zu richten. Er machte deutlich, wie wichtig es ist, im Notfall die Ruhe zu behalten und einen Notruf mit möglichst präzisen Informationen für die Rettungsleitstelle abzusetzen.

Kommandant Matthias Fuchs ließ die Bürger wissen, dass sie sich 365 Tage im Jahr auf Feuerwehr und Sanitäter verlassen können. Der Bürgermeister lobte das Engagement der ehrenamtlichen Retter und lud sie hernach auf eine Brotzeit im Feuerwehrhaus ein.