KITZINGEN

Rentner baut Stadt im Miniaturformat

Lego: Für die meisten ein Spielzeug – für Robert Brandl eine Leidenschaft. In unzähligen Stunden Arbeit hat er aus den kleinen Steinen seine eigene Welt erschaffen.
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Besonders stolz ist Robert Brandl auf die aufwändigen Häuserfassaden, die er mit viel Liebe gestaltet hat. Foto: Foto: Martin Nefzger
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In der Mitte des größten Platzes der Stadt steht ein gelber Kran, mit dem Bauarbeiter gerade ein Dach decken. Daneben steht ein Einfamilienhaus in Flammen – doch die Feuerwehr ist schon vor Ort und rettet die Bewohner mit einem Sprungtuch. Vor der benachbarten Kirche steigt ein frisch vermähltes Paar in eine Limousine.

All das passiert auf dem Dachboden von Robert Brandl. Dort hat sich der Rentner aus Kitzingen einen lang gehegten Traum erfüllt: In jahrelanger Arbeit hat er eine Stadt gebaut. Eine Stadt aus Lego-Steinen. Die meisten davon hat er sich extra für sein Bauprojekt gekauft, eine Kiste mit Steinen war aber auch von seinen Kindern übrig.

Kinder ließen Brandl nicht mitspielen

„Früher war ich beruflich viel unterwegs und habe meinen Söhnen öfter Lego mitgebracht“, erzählt der ehemalige Vertreter. Doch die hätten ihn nie mitbauen lassen. „Sie haben immer gesagt, sie können das alleine“, sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen. „Und wenn ich mal ein Haus gebaut hatte, haben sie es nach einiger Zeit doch wieder kaputt gemacht.“

Als die Kinder älter wurden, verschwanden die Legosteine zunächst im Schrank. Doch kurz nachdem Brandl in Rente gegangen war, holte er sie wieder hervor. „Ich bin damals in ein Loch gefallen, weil ich von heute auf morgen nichts mehr zu tun hatte“, erzählt er. „Und dann habe ich mir ein Hobby als Ersatz gesucht.“ Schließlich seien ihm die Legosteine eingefallen, und er habe mit dem Bau der Stadt begonnen.

Heute stehen fast drei Dutzend Lego-Häuser auf einer großen Platte auf seinem Dachboden. Darunter sind ein Bauernhof, mehrere Einfamilienhäuser und sogar einige Stadt-Villen. Dazwischen stehen Autos und Lkws, an einem kleinen Spielplatz spielen Lego-Kinder. „Ich schätze, so um die 40 000 Steine müssten das schon sein“, erklärt Brandl.

Eine zweite Lego-Leidenschaft

Die Häuser in seiner Kleinstadt hat er alle selbst entworfen. Andere Modelle, wie ein Riesenrad, waren fertige Bausätze. Solche hat der 72-Jährige auch von Lego-Technik-Modellen, seiner zweiten Leidenschaft. Das sei komplizierter und mehr etwas für Erwachsene.

„Am Anfang habe ich mich immer geschämt, wenn ich neue Steine gekauft habe“, sagt Brandl. „Dann habe ich immer behauptet, es sei für meine Enkel.“ Die ließen sich sicher auch dafür begeistern, ihren Großvater bei der Umsetzung seines größten Traums zu begleiten: einem Besuch im Legoland.

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