MAINBERNHEIM

Rekruten geloben Treue

Für manche Zuschauer eines feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr ist dieses nicht mehr als ein feierlicher, symbolhafter Aufzug. Für die Rekruten des Logistikbataillons 467 der Volkacher Mainfrankenkaserne, die am Donnerstag im Mainbernheimer Turngarten schworen, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, bedeutet es viel mehr.
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Zusammenhalt versprochen: Von Mainbernheims Bürgermeister Peter Kraus und Landrätin Tamara Bischof gab es für die Volkacher Rekruten noch einen Handschlag. Foto: Foto:Timo Lechner
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Für manche Zuschauer eines feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr ist dieses nicht mehr als ein feierlicher, symbolhafter Aufzug. Für die Rekruten des Logistikbataillons 467 der Volkacher Mainfrankenkaserne, die am Donnerstag im Mainbernheimer Turngarten schworen, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen sowie Recht und Freiheit des deutsches Volkes tapfer zu verteidigen, bedeutet es viel mehr: Sie zeigen die Bereitschaft, im Ernstfall ihr Leben zu geben.

Ein Gelöbnis, so etwas hat Mainbernheim das letzte Mal am 2. April 1998 gesehen. Und der Turngarten solche feierlichen Anlässe selten: Das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Brend Sieg spielte punktgenau und präzise Märsche und auch das Bayern- und Deutschlandlied, bei denen zum Mitsingen aufgefordert wurde. Vertreter der Vereine, einige mit Fahnenabordnungen waren gekommen, dazu rund 200 Zuschauer und Ehrengäste von der Landrätin Tamara Bischof bis hin zum Altbürgermeister Karl Wolf. Waren es vor 17 Jahren noch 160 Rekruten, die vor der Kulisse der historischen Stadtmauer ihr Gelöbnis abhielten, traten aus Volkach diesmal lediglich zehn an. Dafür hatten diese jede Menge Kameraden mitgebracht, sodass man im Turngarten am Ende doch rund 150 Uniformen zählte.

Dass diese Veranstaltung kein übertriebener Pathos ist, machte nicht nur der Kommandeur, Oberstleutnant Roland Bögel, in seiner Ansprache klar. Auch die stilvoll angerichteten Sturmgewehre G36, die zentral inmitten des Stadtparks standen, verdeutlichten, dass es bei einem Gelöbnis um etwas mehr wie Pomp und Gloria geht. „Die Gewehre schießen übrigens alle gut“, meinte Bögel später beim Empfang in der Mehrzweckhalle augenzwinkernd mit Blick auf die mediale Diskussion. Dort hatten dann auch die Angehörigen der Rekruten, die sich bereits seit 1. April in ihrer Ausbildung befinden, Gelegenheit, ihre Söhne oder Töchter wieder einmal in die Arme zu nehmen.

Oberstleutnant Roland Bögel betonte im Turngarten, dass sämtliche Soldaten einen freiwilligen Dienst leisten, nachdem die Wehrpflicht vor wenigen Jahren ja weggefallen ist. Bis zu 23 Monate dauert die Dienstzeit, einige lassen sich auch als Soldaten auf Zeit verpflichten. Die Soldaten werden quartalsweise eingestellt und machen eine dreimonatige Grundausbildung bei Kompaniechefin Iris Opelt durch.

Das erste Gelöbnis nach der Umgliederung des Bataillons fand im Dezember 2014 in Volkach statt, ein weiteres im März in Frankenwinheim. Dass die Rekruten ihren Eid auf die Fahne nun in Mainbernheim schworen, hat einen Grund: Seit 31. März 2014 besteht eine Partnerschaft mit der 5. Kompanie, die im Bataillon für die Grundausbildung zuständig ist. Eigentlich hatte Mainbernheim diese Partnerschaft bereits am 9. September 2012 mit der damaligen 4. Kompanie des Instandsetzungsbataillons 466 geschlossen, diese wurde jedoch im Zuge der jüngsten Strukturreform aufgelöst.

Bürgermeister Peter Kraus unterstrich die Bedeutung der Bundeswehr und deren gegenüber 1998 gestiegenen Anforderungen und Gefährdungspotenzial. Dies sehe er wegen der Einbindung in das System der internationalen Friedenssicherung sowie der Ausweitung des Verteidigungsbündnisses. Die Patenschaft sei auf Gegenseitigkeit angelegt und man nehme gerne Einladungen zu Veranstaltungen der Soldaten wahr und spreche diese ebenso gerne aus. Es sei wichtig, das Verhältnis zur Bevölkerung zu intensivieren und die Integration der Soldaten in der Region zu fördern. Den Rekruten wünschte Kraus, dass sie trotz der Anforderungen, die auf sie zukommen, auch Kameradschaft zu erleben und zu pflegen.

Wie es sich für Partner gehört, teilten sich Bundeswehr und Stadt auch den anschließenden Empfang: Während Mainbernheim die Getränke sponserte, hatten die Volkacher Häppchen dabei. Gemeinschaft, die also auch durch den Magen ging.

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