Mainstockheim

Rekordhaushalt in Mainstockheim

Mit einem Rekordetat von 10,7 Millionen Euro endete am Donnerstagabend die Haushaltsberatung im Mainstockheimer Gemeinderat.
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Mit einem Rekordetat von 10,7 Millionen Euro endete am Donnerstagabend die Haushaltsberatung im Mainstockheimer Gemeinderat. Nach fast zwei Stunden intensiver Diskussion und einer Gegenstimme von Peter Brandner. Der hätte gerne noch ein Wahlkampfversprechen aller im Rat vertretenen Gruppierungen im Zahlenwerk untergebracht gesehen: Die Sanierung des Gasthauses Stern - zumindest des maroden Daches.

Es sind vor allem die vielen und auch großen Investitionen für das laufende Jahr, die für den hohen Anstieg des Haushaltsvolumens um insgesamt knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr verantwortlich sind. Zwar gibt es da eine Prioritätenliste des Gemeinderats, welche Projekte vordringlich abgearbeitet werden sollen, etwa der dringend benötigte Anbau am Kindergarten, die Sanierung der Kalksteintiefbaue, das Baugebiet Wunn, die Wasserenthärtungsanlage oder eben auch die Dachsanierung des Stern. Letzteres wird zwar von vielen Räten als dringlich angesehen, rückt aber, wenn Unerwartetes kommt, immer wieder in der Liste nach unten. Und Unerwartetes kommt eigentlich immer.

Da ist etwa die Stützmauer Bunnweg/Schlossgasse die akuten Handlungsbedarf erfordert - wieder gut 200 000 Euro weg. Oder die Schule: Hier lockte der Staat mit hohen Zuschüssen für die Sanierung und – Fluch oder Segen – Mainstockheim erhielt den Zuschlag. Das kann nicht in die Folgejahre verschoben werden, das muss, damit der Zuschuss auch fließt, schon 2020 abgearbeitet werden. Rund 1,1 Millionen Euro Kosten, 850 000 Euro Zuwendung: Selbst wenn es Werner Zürrlein als "Gängelung" durch den Staat sieht, so viel Geld gibt's für die Sanierung so schnell nicht wieder.

Auch den Vorschlag, zumindest die Wasserenthärtungsanlage zu verschieben, wies Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs zurück. Denn hier könnte die Härtefallregelung greifen: Wurde in den vergangenen Jahren viel Geld in die Sanierung der Wasserversorgung gesteckt – was in Mainstockheim der Fall ist – dann gibt es ebenfalls Geld vom Staat. Rund eine Halbe Million Euro sind im Gespräch. Aber auch hier gibt es eine Grenzlinie, die Rechnungen für die Maßnahmen müssen bis Ende 2021 gelegt sein. Also muss kommendes Jahr gebaut werden. Und dann ist da noch das Baugebiet Wunn, das heuer komplett erschlossen und auch verkauft werden soll. Oder der Kindergarten, der auch weit über eine Million Euro verschlingt.

Das alles geht nur mit Krediten, 850 000 Euro sind heuer angesetzt. Fuchs glaubt nicht, dass die Summe gebraucht wird. Einige Räte sehen den möglichen Anstieg der Verschuldung mit Sorge. Die Aufsicht würde das Geld genehmigen, sieht aber die 450 000 Euro für weitere Kredite in den Folgejahren mit Skepsis. Deshalb werden die Mittel wieder gestrichen und als Ersatz die Kosten für die Wasserenthärtung – eine kostenrechnende Einrichtung – nicht rein über Gebühren, sondern teilweise auch über Beiträge – eben diese 450 000 Euro – über zwei Jahre gestreckt, in die Gemeindekasse geholt.

So richtig unzufrieden war am Ende nur Peter Brandner. Denn für den Stern bleiben im laufenden Jahr gerade mal 100 000 Euro übrig - als Planungskosten und nicht für die Dachsanierung.

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