Albertshofen

Rekord: 400 Narren laufen vor dem Albertshöfer Rathaus auf

400:1 - Gegen die Übermacht der Höpper-Elfer und ihrer Unterstützer hatte Bürgermeister Horst Reuther keine Chance. Er musste den Rathausschlüssel abgeben.
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Bürgermeister Horts Reuther (von links) wehrte sich vergeblich. Das Prinzenpaar Ralf Kraus und Anke Plömpel entrissen ihm zusammen mit Sitzungspräsident Philipp Wenkheimer und Gesellschaftspräsident Elmar Gimperlein den Rathausschlüssel. Foto: Hartmut Hess
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Lange wehrte sich Albertshofens Bürgermeister Horst Reuther am Sonntag gegen die Erstürmung des Rathauses durch die Narren des Höpper-Elfers mit Verstärkung aus 20 weiteren Karnevalsgesellschaften aus Unter- und Mittelfranken. "Ihr bunten Faschingshelden habt hier gar nicht zu melden", rief Reuther erst dem närrischen Volk entgegen, ehe er doch kapitulierte, weil Sitzungspräsident Philipp Wenkheimer mit dem Roten Hahn des Feuers gedroht hatte. "Um Himmels Willen, ja kein Feuer, der Wiederaufbau kommt zu teuer", meinte der resignierende Rathauschef bei seiner Kapitulation.

Mit dem neuen Prinzenpaar Anke Plömpel und Ralf Kraus im BMW-Cabrio von Senator Christof Braterschofsky und unter den Klängen des Feuerwehr-Spielmannszugs waren die 400 Narren in Rekordbeteiligung zum Rathaus marschiert. "Geschmückt mit einer Farbenpracht, dass einem das Herze lacht", beschrieb der Sitzungspräsident sein Gefolge. Die Dorfoberen würden das Volk immer schikanieren, was dem Volk schwer im Magen liege und kaum zu ertragen sei, skizzierte Philipp Wenkheimer den Volkszorn.

"An erster Stelle ist genannt, der schwarze Horst als Bürgermeister, der im Saal sein Zepter schwingt und uns um unsere Nachtruh bringt", schimpfte der Anführer unter dem Jubel des närrischen Volks. Wenkheimer forderte Reuther direkt heraus mit den Worten: "Die Handschellen liegen bereit, Bürgermeister jetzt gibt`s Streit." Diese Ansage ließ das Ortsoberhaupt erst einmal kalt, erwiderte er doch: "Mit dummen Sprüchen und blöden Witzen kann keiner hier am Ratstisch sitzen."

"Scheinbar ist es doch rentabel, das gemeine Volk zu plagen"

Reuther hielt den Narren vor, dass die Gemeinde einst für sie die Gartenlandhalle erbauen und im vergangenen Jahr rundum sanieren ließ, trotzdem würden Gemeinderat und Bürgermeister jedes Jahr von den Narren schikaniert. Philipp Wenkheimer hielt dagegen: Die Ratsmitglieder, die mit Tassen im Rathaus tagen und dabei den Ulmen-Baum im Rathaushof verdursten lassen. Der Baum habe aber junge Triebe sprießen lassen und verdiene eine weitere Chance, zumal in Albertshofen Wasser in Massen vorhanden sei. "Scheinbar ist es doch rentabel, das gemeine Volk zu plagen", bekrittelte Philipp Wenkheimer angesichts der Kandidatenflut für die anstehende Kommunalwahl.

Bei aller Kritik hatte der Anführer auch ein Lob für die Entscheider im Rathaus parat. "Die Mehrzahl von euch kräftig grollten, als einige wenige im Rat die Dorflichter nachts ausschalten wollten", sagte Wenkheimer. Damit würde vermieden, dass feiernde Bürger und Narren nach Mittenacht stockfinster sich heimwärts tasten müssten oder gar kriechen auf allen Vieren, um dann womöglich in einem Rinnstein unbemerkt zu erfrieren. "Doch diese gute Tat der Nicht-Lichtabschaltung alleine kann uns heut nicht milde stimmen", erklärte der Sitzungspräsident, der einen Molotow-Cocktail bereitstellen ließ und zum Angriff blies.

Philipp Wenkheimer bescheinigte Horst Reuther, dass es klug gewesen sei, den Narren das Rathaus zu überlassen. Denn so habe der Höpper-Elfer gewonnen, ohne dass Blut geflossen sei. Nur nach festem Ziehen des Prinzenpaars und Höpper-Elfer-Gesellschaftspräsident Elmar Gimperlein rückte Horst Reuther den Rathausschlüssel heraus und der Wein floss dann auch für die Narren in Strömen. "Herr Bürgermeister, Sie und ihre Gemeinderäte werden zur Strafe für ihre Missetaten zur Gartenlandhalle eskortiert und dann dem Volke vorgeführt", wandte sich Elmar Gimperlein an das geschlagene Ortsoberhaupt und mit einem dreifachen Helau und Schoppen vom Herrgottsweg begoss das närrische Volk die Einnahme des Rathauses.      

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