SOMMERACH

Reaktionsschnell, aber nur Männersache

Der SV-DJK Sommerach, als Sportverein der größte Verein des Ortes, will sich für die Zukunft neu aufstellen. In einer „Zukunftswerkstatt“ wollen die Mitglieder in den nächsten zwei bis drei Jahren den Verein komplett umbauen, die Main-Post begleitet diesen Prozess in einer Serie. Wir stellen die Abteilungen vor.
Artikel drucken Artikel einbetten

Der SV-DJK Sommerach, als Sportverein der größte Verein des Ortes, will sich für die Zukunft neu aufstellen. In einer „Zukunftswerkstatt“ wollen die Mitglieder in den nächsten zwei bis drei Jahren den Verein komplett umbauen, die Main-Post begleitet diesen Prozess in einer Serie. Wir stellen die Abteilungen vor.

Mit der Ballonabwehr, mit Schupfbällen, Topspins und dem Unterschnitt sind die Tischtennisspieler bestens betraut. Tischtennis ist ein Sport, den man bis ins hohe Alter hinein nicht nur betreiben kann, sondern es auch sollte, sagt Sommerachs Abteilungsleiter Michael Müller-Kaler. „Dieser Sport schult die Wahrnehmung, die Schnelligkeit, das Koordinationsvermögen und die Reaktionsschnelligkeit“, fasst er einige Schlagworte zusammen.

Schmetterball mit Tempo 180

Im Laufe der Jahre ist Tischtennis so schnell geworden, dass der Durchmesser des kleinen Zelluloid-Balles von 38 auf 40 Millimeter vergrößert wurde, um das Spiel ein kleines bisschen zu verlangsamen. Und anfangs waren auch Schmetterbälle verboten, wegen der Verletzungsgefahr für die Spieler. Ein mit voller Kraft gespielter Schmetterball übrigens kann schon mal bis auf Tempo 180 beschleunigen. Und die lange Zeit übliche Einstufung mit einem, zwei oder drei Sternen ist mittlerweile auch nicht mehr üblich.

Der bekannteste Tischtennisspieler des SV-DJK Sommerach ist Frank Hofmann, scheidender SPD-Bundestagsabgeordneter. Der will sich nach eigenem Bekunden im „Ruhestand“ wieder mehr dem Sport mit dem kleinen Zelluloid-Ball widmen. „Er kann es immer noch sehr gut“, sagt Müller-Kaler anerkennend. „Vielleicht ist er nicht mehr ganz so beweglich, aber nach wie vor ist er reaktionsschnell und ein unangenehmer Gegner.“

Wie beim Tennis, so fehlt es bei den Tischtennisspielern auch an Sportlerinnen. „Eine Frauenmannschaft haben wir nicht, und leider trainiert bei der Jugend auch nur ein einziges Mädchen mit“, bedauert Müller-Kaler diesen Umstand. Bei den Herren sind drei Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet, die in der 3. Bezirksliga Ost (Herren I, Trainer Burkhard Utz), der 2. Kreisliga Ost (Herren II, Jürgen Thomaier) und der 4. Kreisliga Ost (Herren III, Reiner Utz) antreten. Die von Sebastian Krüger trainierte Jugend spielt in der 3. Kreisliga Ost Jungen.

Insgesamt zählt die Abteilung 25 aktive Herren, von denen nicht alle in der Punktrunde mitspielen, und 15 Jugendliche. „Wir sind mit unserer Situation so weit zufrieden“, sagt der Abteilungsleiter und lobt den Vorsitzenden des Hauptvereins, Jörg Steffen. „Ein Glücksfall für den Verein, und das nicht nur, weil der Mann ein Organisationsgenie ist. Überhaupt hängt sich die ganze Familie voll mit rein, das ist echt toll“, sagt der Tischtennis-Abteilungsleiter. Worte wie diese sind in allen Abteilungen des Sportvereins zu hören. Die erste Tischtennis-Herrenmannschaft des SV/DJK hatte gar mal den Aufstieg in die 2. Bezirksliga geschafft. „Da sind wir dann ein Jahr später freiwillig wieder abgestiegen“, berichtet Müller-Kaler, ohne Einzelheiten zu nennen. Dass es wieder eine Jugendmannschaft gibt, freut ihn ganz besonders. Die Jugend tritt in einer Vierer-Mannschaft an, und von den 15 Jugendlichen zählen zehn zum „harten Kern“.

Um Tischtennis in Sommerach voran treiben zu können, wünscht er sich, dass die Bevölkerung das Angebot auch wahrnimmt. Dreimal wöchentlich bietet sich in der Turnhalle neben der Schule, die Möglichkeit zu trainieren. Neben dem Sport stehen neben der „hervorragenden Kameradschaft“ auch Unternehmungen auf dem Programm, was sich darin zeigt, dass die gut 40-köpfige Abteilung einen eigenen Vergnügungsausschuss führt.

Unsere Serie „Zukunftswerkstatt Sportverein“: Wie bei so vielen anderen Sportvereinen könnte auch der SV-DJK Sommerach Nachwuchs und Neumitglieder vertragen. Vorsitzender Jörg Steffen und seine Helfer arbeiten daran. Diese Zeitung begleitet diese Bemühungen in einer Artikelserie. Aktuell stellen wird die Abteilungen des SV-DJK vor.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.