WESTHEIM

Räte schockiert von hohen Kosten

Biebelrieder Gemeinderat trifft noch keine Entscheidung über Mehrgenerationenplatz und Straßen-Neugestaltungen. Zu laut ist die Kritik.
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Symbolfoto Spielplatz Foto: Foto: Siegfried Farkas

Zur Sitzung des Gemeinderats Biebelried im historischen Rathaus in Westheim hatte Bürgermeister Roland Hoh den Architekten Norbert Stieber eingeladen, der Planungen für einen Mehrgenerationenplatz sowie die Neugestaltung der Würzburger und der Hauptstraße vorstellte.

Im Vorfeld hatte sich das Gemeindeoberhaupt mit der Jugend getroffen, deren Wünsche und Vorstellungen bereits berücksichtigt wurden.

Sitzmöglichkeiten für die Jugend

Der Mehrgenerationenplatz soll sich zwischen dem Sportheim und dem Feuerwehrhaus sowie auf einem angrenzenden Areal einfügen. Rückgrat der Fläche soll ein geschwungen geführter Weg sein, der die Teilflächen mit Spielbereich, Kneippbecken, Seilbahn und Fitnessparcour für Erwachsene sowie ein Boccia- und Beachvolleyballfeld verbindet. Für die Jugend sollen vor dem Jugendraum Sitzmöglichkeiten im Freien mit Feuerstelle entstehen.

Für die Erstausstattung stellte der Architekt 60 Prozent Förderung aus Mitteln der Dorferneuerung in Aussicht. Bei den vermutlichen Kosten verschlug es den Ratsmitgliedern dann aber schier die Sprache, denn plötzlich stand ein Betrag von mehr als 400 000 Euro im Raum. Trotz der Fördermittel hätte die Gemeindekasse immer noch mehr als 160 000 Euro zu stemmen. Sei die Maßnahme beschlossen, müsse sie nicht umgesetzt werden, eine abgespeckte Umsetzung sei indes schwierig, beantwortete Stieber eine Nachfrage von Christian Pavel.

Als überflüssiges Großprojekt kritisiert

Sie fühle sich angesichts der teueren Planung überfahren und überfordert, so Renate Zirndt. Sie befürwortete Verbesserungen am Kinderspielplatz, mehr aber nicht. Ein Mehrgenerationenplatz sei ein überflüssiges Großprojekt, führte sie mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde aus. Es gehe nicht um die Frage, ob man sich den Platz leisten wolle, sondern ob man ihn sich leisten könne

Pavel unterstrich, der Platz zeige eine eindeutig städtische Prägung und sah für Biebelried einen Spitzenplatz bei der Verschuldung im Landkreis kommen. Mit dem Konzept des Kinderbereiches könne er sich durchaus anfreunden. Der Kinderspielplatz sei kein Spielplatz mehr, fand Bürgermeister Hoh und wies darauf hin, dass alle in der Planung beschriebenen Geräte eingerichtet werden könnten, aber nicht müssten. Betroffen von den hohen Kosten fragte Manfred Kleinschrodt, wie weit die Planungen abgespeckt werden könnten ohne auf den Fördersatz von 60 Prozent zu verzichten. Gunnar Kraus warnte mit Blick auf weitere Vorhaben in der Haupt- und der Würzburger Straße vor wartungsintensiven Einrichtungen und regte an, sich vor Ort ein Bild zu machen. Andrea Czech beklagte, dass die Planungen vorab in der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, so dem Gemeinderat aber nicht vorlagen.

Ortstermin am 6. Juni

Hoh mahnte, dass Biebelried kein Bauerndorf bleiben werde, sondern von den Menschen lebe, die hier wohnen. Kritik am Verlauf der Debatte übte Guido Böhm, es seien nur Negativäußerungen zu hören, um das Vorhaben zu zerreden.

Schließlich verständigte sich die Ratsrunde auf einen Ortstermin im Feuerwehrhaus. Am Mittwoch, 6. Juni, will sich der Gemeinderat um 19.30 Uhr dort treffen, die Pläne und das Areal ansehen und dann entscheiden.

Dann sollen auch die Planungen für die Haupt- und die Würzburger Straße aufgegriffen werden. Sie wurden den Anwohnern der Hauptstraße bereits vorgestellt und stießen auf Zuspruch, wie Stieber berichtete. Die Kostenschätzung belaufe sich derzeit auf rund 420 000 Euro mit einer Förderung von 40 Prozent.

In der Würzburger Straße stehen Kosten um 1,6 Millionen Euro einschließlich der Planungskosten in Aussicht, allerdings ohne Straßenbeleuchtung. Für die sei, so Bürgermeister Hoh, der Energieversorger zuständig. Hinzu zu rechnen seien auch noch die Kosten für Kanal- und Wasserleitungsreparaturen sowie die Asphaltentsorgung. Alleine dafür empfahl Stieber ein Entsorgungskonzept zu erstellen.

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