ALBERTSHOFEN

Radweg ins Nichts eingeweiht

Die Gemeinde hat einen 800 Meter langen Radweg entlang der Umgehungsstraße gebaut. Allerdings endet dieser an der Gemarkungsgrenze zu Kitzingen. Im Nichts. Warum?
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Den Albertshöfer Radweg gaben frei: (vorne von links) Kitzingens Stadträtin Astrid Glos, stellvertretender Landrat Paul Streng, Planer Klaus Richter, stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Riedel und Bürgermeister Horst Reuther, sowie (hinten) die Radler Richard Heckelmann und Werner Zahn. Foto: Foto: Hartmut Hess

„Ich hoffe, dass Stadträtin Astrid Glos die Botschaft mit nach Kitzingen trägt und der Herr Oberbürgermeister den Einweihungs-Bericht in der Zeitung liest“, sagte Albertshofens Bürgermeister Horst Reuther am Samstag bei der Radweg-Einweihung. Denn die Gemeinde hat einen 800 Meter langen Radweg ab der Waldstraße entlang der Umgehungsstraße gebaut, der Richtung Gewerbegebiet Dreistock im Nichts an der Gemarkungsgrenze zu Kitzingen endet. Denn die Stadt Kitzingen konnte sich seit zwölf Jahren nicht dazu entschließen, das Projekt gemeinsam mit den Albertshöfern zu verwirklichen.

Den Druck auf Kitzingen erhöhen

„Ich hoffe, dass die Stadt Kitzingen das Teilstück noch vollendet“, meinte auch stellvertretender Landrat Paul Streng und Astrid Glos signalisierte, dass sie die Botschaft gerne mitnehme. Die Stadt Kitzingen habe bereits vor zwölf Jahren die erste Planung begonnen und nach einer Kostenschätzung von 400 000 Euro das Projekt immer wieder zurückgestellt. In den Folgejahren hätte Albertshofen immer wieder nur Absagen aus Kitzingen bekommen oder sei vertröstet worden. Auch wenn es keine Fördergelder gab, schritt der Albertshöfer Gemeinderat vergangenes Jahr zur Tat und beschloss nach Abwägung aller Argumente, alleine bis zur Gemarkungsgrenze zu bauen und damit den Druck auf die Kitzinger Nachbarn auszuüben. „Wir wollten zumindest auf unserer Gemarkung für mehr Sicherheit für die Menschen und Radler sorgen“, betonte Horst Reuther.

Fachmann plante kostenlos

„Jeder redet über Klimaschutz und Radwegenetze, wir setzen es einfach um“, sagte Horst Reuther. Der Radweg sei von vielen Bürgern gewünscht worden und der Gemeinderat habe die Notwendigkeit schon vor Jahren erkannt, da Unfälle und Beinahe-Unfälle immer mehr geworden seien. „Zum Glück haben wir Klaus Richter in den Reihen des Gemeinderats“, sagte Horst Reuther, der einen großen Dank verdient habe. Denn der Fachmann erledigte alleine und kostenlos die Planung mit Bauantrag, Kostenermittlung, Ausschreibung, Angebotsprüfung und Bauüberwachung.

Mit Kosten von 110 000 Euro sei eine Punktlandung herausgekommen und die Firma Trend Bau aus Röttingen habe gute Arbeit abgeliefert. „Damit kostete der Radweg die Hälfte der einstigen Planung aus Kitzingen, das ist eine nachhaltige Investition von Steuergeldern in die Sicherheit der Bürger“, so Reuthers Standpunkt. „Wir werden die Planungsunterlagen gerne der Stadt Kitzingen zur Verfügung stellen und sie auch bei der Maßnahme unterstützen“, kündigte der Bürgermeister schmunzelnd an.

Baum-Allee musste weichen

Horst Reuther versicherte nochmals, dass der Grund dafür, dass die Baum-Allee, die im Bereich der Trasse stand und weichen musste, nur deswegen gefällt werden musste, weil sie direkt auf der Gasleitung standen und eine Gefahr dargestellt hatten. Für die Bäume wird es Ersatz geben, wie der Bürgermeister ankündigte. Bald sollen ab dem Beginn des Walds Ersatzbäume gepflanzt werden, wofür die Gemeinde zusätzliche Flächen erworben habe. Der Gasversorger Licht-, Kraft-Wasserwerke Kitzingen habe eine finanzielle Unterstützung zugesagt und wenn alles klappe, könnte die Pflanzaktion noch im Herbst stattfinden.

Paul Streng sprach vom Sportlandkreis Kitzingen, die Radwege seien gut für die Gesundheit und die Sicherheit der Bürger. Wissenschaftliche Studien hätten belegt, dass Menschen durch dauerhaftes Radeln ihren Intelligenzquotienten steigern könnten, deswegen hätten die Albertshöfer den Kitzingern jetzt etwas voraus.

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