KITZINGEN

Pures Gold für Rügamer und Köberlein

OB Müller zeichnete beim Neujahrsempfang der Stadt Kitzingen zwei Bürger aus. Beide haben sich in außergewöhnlichem Maße für die Stadt und das Gemeinwohl engagiert.
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Beim Neujahrsempfang der Stadt Kitzingen zeichnete Oberbürgermeister Siegfried Müller am Freitagabend in der Rathaushalle Karl Köberlein (rechts) und Klaus Rügamer (links) mit der Bürgermedaille in Gold aus.

Karl Köberlein und Klaus Rügamer erhielten während des Neujahrsempfangs der Stadt Kitzingen die Bürgermedaille in Gold. Der Stadtrat hatte das zuvor jeweils einstimmig beschlossen. Wie Oberbürgermeister Siegfried Müller erklärte, wird sie an Personen verliehen, die sich besondere Verdienste um die Stadt erworben haben.

Karl Köberlein (Jahrgang 1939) ist gebürtiger Kitzinger und lebt seit 1950 im Stadtteil Hohenfeld, wo er sich über Jahrzehnte ehrenamtlich eingebracht hat. Nach der Schule absolvierte Köberlein eine Lehre zum Landmaschinenschlosser bei der Firma Weidt in Kitzingen.

Seine letzten 18 Berufsjahre verbrachte er als Werkstattleiter im Städtischen Bauhof, „sehr erfolgreich und hoch anerkannt“, wie der OB betonte. Die besondere Wertschätzung der Kollegen zeigte sich auch darin, dass er über viele Jahre die Interessen der Arbeiter im Personalrat vertrat: besonnen, ruhig, freundlich und stets auf Ausgleich bedacht, sagte Müller in seiner Laudatio.

Diese Tugenden, verbunden mit Zuverlässigkeit und Sachkompetenz, brachte Köberlein bei der Feuerwehr, im Kirchenvorstand sowie im Schützenverein von Hohenfeld über Jahrzehnte ein. In der Feuerwehr ist Köberlein seit 1966 Mitglied, war zehn Jahre Zweiter Kommandant und von 1980 bis 1991 Kommandant. Anschließend leitete er 18 Jahre den Feuerwehrverein. Zum Kreisbrandmeister wurde Köberlein 1982 bestellt, zum Kreisbrandinspektor 1987. Zu seinem Abschied aus dem aktiven Dienst im Jahr 1999 ernannte ihn der damalige Landrat Siegfried Naser zum Ehren-Kreisbrandinspektor.

Im Kirchenvorstand war Köberlein von 1994 bis 2012 engagiert. So wurde das Innere der Dorfkirche im Jahr 2008 unter seiner maßgeblichen Mithilfe renoviert. Auch bei der Renovierung der Bergkirche war er ein mit Rat und Tat unermüdlicher Helfer.

Das dritte ehrenamtliche Standbein hat Herr Köberlein in der Schützengilde Hohenfeld 1957 e. V.. Dort trat er 1971 ein, wurde sofort Schatzmeister und blieb dies über 15 Jahre. Die Errichtung des Schützenhauses Anfang der 1980er-Jahre hätte die Schützengilde ohne die Tatkraft von Alex Schwing und Karl Köberlein nicht bewältigen können. Müller sagte abschließend: „Lieber Karl Köberlein, die Gesellschaft lebt davon, dass es Menschen wie Sie gibt, die mehr als ihre Pflicht tun. Dass Sie nie viel Aufhebens darum machten, zeichnet Sie aus.“

Klaus Rügamer (Jahrgang 1937) ist gebürtiger Kitzinger und sieht den Grundstein für seine ehrenamtliche Arbeit in seinen Jahren bei den Pfadfindern. Deren Ziel sei, „zur Entwicklung junger Menschen beizutragen“, zitierte der OB. 70 Jahre später habe es der Fahrradmechaniker Rügamer so formuliert, dass „das Ziel seiner ehrenamtlichen Tätigkeit immer gewesen sei, die Jugend von der Straße weg zu bringen“.

Das Herzstück von Rügamers ehrenamtlichem Einsatz war seine Zeit bei der FVgg Bayern Kitzingen. Mehr als 20 Jahre wirkte er als Stellvertreter, später als Jugendleiter. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Jugendabteilung zur größten in Unterfranken. Müllers persönliche Anmerkung: „Er war streng und gütig zugleich und wusste über jeden von uns Bescheid.“

Stets präsent gewesen sei auch seine immer gut gelaunte Frau Sofie, mit der er vor einer Woche Diamantene Hochzeit feierte. Und stellvertretend für alle Frauen an der Seite von ehrenamtlichen Männern betonte Müller, dass sie neben einem Fünf-Personen-Haushalt für bis zu zehn Jugendmannschaften die Trikots gewaschen und bei Bedarf auch geflickt habe. – „Und das ohne Waschmaschine!“

Rügamers weitere Tätigkeiten im Überblick: Gründer und Vorsitzender des 1. Adler Motorradclubs Kitzingen; mehr als zwei Jahrzehnte in der Vorstandschaft des Landessportverbands (BLSV), unter anderem als stellvertretender Kreisleiter. Im Kreisjugendring war Rügamer mehr als 20 Jahre Vorstandsmitglied und ist noch heute engagiert für benachteiligte und ausländische Jugendliche. Viele Jahre war er im Sportbeirat des Kreistags sowie im Arbeitskreis Schulsport. Fast zehn Jahre diente er als Hauptjugendschöffe am Amtsgericht Kitzingen.

Mehr als 15 Jahre ist Rügamer aktiv für die Rumänienhilfe Karl und 15 Jahre als Beisitzer in der Feldjägerkameradschaft. Seine Auszeichnungen reichen von der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland über zahlreiche Goldene Ehrennadeln bis zur Dankurkunde der rumänischen Caritas. Müller fasste zusammen: „Ich verneige mich vor deinem herausragenden, Beispiel gebenden, ehrenamtlichen Lebenswerk.“

Die Bürgermedaille

Laut ihrer Satzung verleiht die Stadt Kitzingen bei besonderen Anlässen eine Bürgermedaille in reinem Gold, in reinem Silber sowie in Bronze in Form einer Nachbildung des ältesten im Stadtarchiv aufgefundenen Stadtsiegels.

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