Geiselwind

Puma setzt zum Sprung nach Geiselwind an

Es spricht viel dafür, dass der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach ein neues Zentrum in Geiselwind plant. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen.
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Das Gewerbegebiet „Inno-Park“ in Geiselwind. Der Sportartikelhersteller Puma soll Interesse haben, auf der Fläche östlich des Ortes in Richtung Füttersee ein neues Zentrum zu errichten.
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Der Sportartikel-Riese Puma (Herzogenaurach) plant offenbar eine größere Ansiedelung in Geiselwind. Das verlautete bei der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Würzburg vor wenigen Tagen, als das Gremium auch den Flächennutzungsplan der Gemeinde Geiselwind behandelte.

Die Steigerwaldkommune beantragte dabei die Herausnahme eines Areals aus dem „Vorranggebiet SD/KS1 Südlich Füttersee“, weil sie dort ihr 17,6 Hektar großes Gewerbegebiet „Inno-Park“ erweitern möchte. Dazu muss eine Fläche umgewidmet werden, die ursprünglich für den Abbau von Sand und Kies vorgesehen war.

600 bis 1000 Arbeitsplätze

Um rund acht Hektar würde der Geiselwinder Inno-Park damit vergrößert. Die Sitzungsvorlage nennt als Grund „die Ansiedelung eines Gewerbebetriebs zur Schaffung von 600 bis 1000 Arbeitsplätzen des Puma-Konzerns“. Das würde einer Stärkung der Wirtschaftsregion um Geiselwind wie auch des Landkreises Kitzingen insgesamt dienen.

8,7 Hektar im Gespräch

Hintergrund ist, dass im Sommer 2017 mit der Firma Dietz aus Bensheim ein Immobilienentwickler etwa 8,7 Hektar des Gewerbegebiets – und damit nahezu die Hälfte – gekauft hat. Damals hieß es, dass ein Logistik-Zentrum neu gebaut werden solle. Die Dietz AG tritt als Bauträger für andere Firmen auf, um dann Gebäude zu vermieten.

Wahrscheinlichkeit bei 75 Prozent

Auf die konkrete Nachfrage zu dem Deal mit Puma sagt Geschäftsführer Wolfgang Dietz, dass sein Unternehmen in aussichtsreichen Gesprächen mit dem Sportartikelhersteller stehe. Bestätigen könne er jedoch gar nichts. Man sei guter Dinge. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal klappt, bezifferte er mit 75 Prozent. Jedoch gelte es, noch einige Dinge abzuklären, was Zeit und Einsatz erfordere. Der Konzern Puma macht dazu derzeit keine Angaben.

Gerüchteküche brodelt

Das Gerücht, dass sich Puma in Geiselwind ansiedeln will, kursiert dort schon seit einigen Monaten. Vor etwa einem Jahr wurde im benachbarten Schlüsselfeld im Stadtrat bekannt, dass das 1997 in Betrieb gegangene Puma-Logistikzentrum im Schlüsselfelder Ortsteil Elsendorf schließen wird. Im Rat hieß es, dass die derzeit rund 100 Beschäftigten am neuen Standort Geiselwind übernommen werden sollen.

Neues Logistikzentrum geplant

Damals bestätigte Puma-Pressesprecher Ulf Santjer den Nordbayerischen Nachrichten, dass der Konzern wegen des starken Wachstums sowie der gestiegenen Markt- und Kundenanforderung die Errichtung eines neuen Logistikzentrums in der Nähe des bestehenden Gebäudes prüfe. Dabei war auch von einem Gebäude die Rede, das von einem externen Dienstleister betrieben werde.

Puma hält sich zurück

Auf eine aktuelle Anfrage unserer Redaktion zu der Ansiedelung in Geiselwind hält sich Puma bedeckt. „Derzeit können wir noch keine weiteren Informationen oder Details zur Verfügung stellen. Wir bitten um Verständnis und melden uns, sobald wir Weiteres dazu bekannt geben können“, schreibt Robert Bartunek von der Presseabteilung des Konzerns.

Und die Gemeinde Geiselwind? Sie darf laut Bürgermeister Ernst Nickel noch keine Auskunft erteilen. Das sei vertraglich so vereinbart.

Über Puma

Der Sportartikelkonzern aus dem fränkischen Herzogenaurach feiert heuer sein 70-jähriges Bestehen. 13.000 Mitarbeiter erwirtschaften weltweit rund 4,1 Milliarden Euro Umsatz.



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