PRICHSENSTADT

Probleme mit der Kläranlage

Die Kläranlage der Großgemeinde Prichsenstadt ist in der Vergangenheit mehrmals gekippt, die Stadt begab sich auf die Suche nach den Ursachen. Damit wurde das Büro Baur Consult beauftragt. In der Sitzung des Stadtrats lieferten Matthias Sattler und Christian Gora von diesem Büro einen Zwischenbericht der groß angelegten Analyse.
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Änderungen: Für die Kläranlage im Ortsteil Rieden muss die Gemeinde Hausen einen Tekturplan machen. Foto: Foto: Irene Konrad

Die Kläranlage der Großgemeinde Prichsenstadt ist in der Vergangenheit mehrmals gekippt, die Stadt begab sich auf die Suche nach den Ursachen. Damit wurde das Büro Baur Consult beauftragt. In der Sitzung des Stadtrats lieferten Matthias Sattler und Christian Gora von diesem Büro einen Zwischenbericht der groß angelegten Analyse.

Für die Kläranlage besteht nur noch eine Betriebserlaubnis bis Ende des Jahres, dann muss sie auf Anweisung des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) ertüchtigt werden. Und um zu verhindern, dass sie erneut kippt, waren eben die Experten zu Rate gezogen worden. Die kamen bei ihrer Analyse (Zeitraum: Anfang 2010 bis Ende 2014) zu dem Ergebnis, dass die gemessenen Abwasserwerte vom Mai 2013 teils extrem über den zulässigen Grenzwerten lagen – und zwar in allen Bereichen. Teilweise hätten sich auch Abwassermengen ergeben, mit denen eine Anlage für 10 000 Einwohnerwerte zurechtgekommen wäre, aber nicht die Anlage in Prichsenstadt (ausgelegt für 6000 Einwohnerwerte). Da sei es kein Wunder, dass die Anlage gekippt war, so Sattler.

Eine der Ursachen war wohl, dass „indirekte Abwassereinleiter“ sehr viel organisches Material ins Abwasser entsorgt hatten, was dafür gesorgt hatte, dass die Bakterien nicht mehr richtig arbeiten konnten. Vor allem Großbetriebe hätten ihren Anteil daran gehabt. „Wenn diese Betriebe ihr Abwasser nicht einleiten, dann sehen die Werte schlagartig wieder ganz normal aus“, sagte Matthias Sattler. Das war dann auch eine von der Stadt eingeleitete Sofortmaßnahme: sämtliche entsprechenden Betriebe durften ihr Abwasser nicht mehr ins Prichsenstädter Kanalnetz einleiten, sondern mussten sich anderweitig um eine Entsorgung kümmern. Mit dem Ergebnis, dass sich die Kläranlage wieder beruhigte und seitdem gut arbeitet.

Welche Betriebe das waren, war in der Sitzung kein Thema; „wir suchen noch genau danach“, sagte Christian Gora. Thema war aber, wie sich die Abwassersituation entwickelt, wenn Neudorf an die Gruppe angeschlossen wird.

Hier gaben die Experten „grünes Licht“, denn die Werte seien allesamt in Ordnung. Geschlossen werde die Kläranlage in Neudorf dennoch, erklärte Bürgermeister René Schlehr auf Anfragen einiger Gemeinderäte, „die gesamten Pumpen und Geräte müssen gewartet und auch mal neu gekauft werden, dieses Geld können wir uns dadurch auch einsparen“.

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