Kitzingen

Premiere bei TGK: Verein wird erstmals von einer Frau geführt

Das gab's noch nie: Die Kitzinger Turngemeinde hat zum ersten Mal eine Vorsitzende. Erfreulich auch die Entwicklung der Mitgliedszahlen, doch es gab auch eine Enttäuschung.
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Das Führungspersonal der TGK (von links): Mitgliedervorstand Kurt Semmler, Finanzvorstand Gerhard Gassner, der ehemalige Vorsitzende Stephan Christmann, die erste Frau an der Spitze Yvonne Schmidt-Sauerbrei und Jugendwart Hannah Voll. Foto: Gerhard Bauer

Die Turngemeinde Kitzingen 1848 (TGK) wird erstmals in ihrer Geschichte von einer Frau geführt. Bei den Neuwahlen kandidierte der bisherige Vorsitzende Stephan Christmann nicht mehr, zur Nachfolgerin wählten die 24 stimmberechtigten Mitglieder Yvonne Schmidt-Sauerbrei.

Die übrigen Vorstandsmitglieder – Kassenvorstand Gerhard Gassner und Mitgliedervorstand Kurt Semmler – wurden wieder gewählt. Neuer Jugendwart wurde Hannah Voll. Die Revisoren sind Sigrid Bartholomäus, Hans-Jürgen Czech, Martin Griesmeier und Matthias Bühler.

Zunächst präsentierte Christmann seinen letzten Rechenschaftsbericht, in dem er zuerst der Stadt Kitzingen für die Zuschüsse für Übungsleiter sowie Sportstätten und Hallen dankte. Dieses Geld sei gut angelegt. Vom Förderverein der TGK sei eine geringere Ausschüttung gekommen, da Spenden und Zuwendungen immer schwieriger zu bekommen seien.  Erfreulich sei auch ein Einnahmeüberschuss auf dem Niveau des Vorjahres, im Wesentlichen durch einen deutlichen Rückgang bei den Ausgaben geschuldet. Damit sei es auch möglich gewesen, die Renovierungskosten der Ballspielhalle zu stemmen. Die Gesamtkosten bezifferte er im zuvor gesteckten Rahmen mit rund 165 000 Euro.

Christmann ist sichtlich enttäuscht

Christmann beklagte jedoch sichtlich enttäuscht, dass der Sport- und Spieletag in der Florian-Geyer-Halle nach 23 Jahren ausfallen musste. Erst sei die Nutzung wegen einer KiKaG-Nutzung nicht möglich gewesen, nun stehe die Halle ab 200 Teilnehmern überhaupt nicht mehr zur Verfügung .

Die Zahl der Mitglieder bezifferte Kurt Semmler mit 1676 mit einem Zuwachs in nahezu allen Abteilungen. Der Abwärtstrend früherer Jahre sei gestoppt und ein Höchststand seit 19 Jahren erreicht. Die Zahl der Jugendlichen liegt bei 750. Rund 14 Prozent der Mitglieder sind älter als 60 Jahre. Finanzvorstand Gassner berichtete von mehr als zwei Millionen Zugriffen auf die Homepage in nur dreieinhalb Jahren, umgerechnet ein Zugriff pro Minute. Die regelmäßige Pflege zahle sich also aus.

Die Finanzlage bezeichnete er als stabil, da die Darlehen stark rückläufig seien. Allerdings gebe es auch keine Sondertilgungsmöglichkeit mehr. Die Einnahmen setzen sich neben den Mitgliedsbeiträgen aus Vermietungen, höheren Zuschüssen und den Fördergeldern des Fördervereins zusammen. An Ausgaben wurden die Kosten für Übungsleiter, Personalkosten, Spielbetrieb, Energie und die Miete fremder Sportanlagen bilanziert.

Geschäftsführerin Chris Wiegand listete die Glanzlichter in den zehn Abteilungen der TGK auf, darunter die Handballabteilung in Spielgemeinschaft mit Etwashausen und Mainbernheim, die bayerischen Meisterschaften im Sickergrundstadion der Abteilung Leichtathletik und die Bocksbeuteltour des Radteams. In der Schwimmabteilung gebe es so große Nachfrage nach Schwimmkursen, dass es lange Wartezeiten gebe.

Ehrenvorsitzender Toni Baum unterstrich, dass die erfreulichen Zahlen früher ganz anders ausgesehen hatten und dass die TGK dank Stephan Christmann in ruhiges Fahrwasser gekommen sei. Christmann verabschiedete sich nach 20 Jahren Arbeit im Vorstand, zunächst zehn Jahre als Finanzvorstand, danach zehn Jahre als Vorsitzender. Seine Arbeit würdigte Vorstandskollege Kurt Semmler und merkte an, dass eine Ära zu Ende gehe. Dank der Einsatzfreude Christmanns stehe die TGK sehr gut da.

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