Mönchsondheim

Posaunenchöre als Spielleute Gottes

Sonderausstellung "Wenn, Herr, einst die Posaune ruft" - 50 Jahre Posaunenchor
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Der Bezirksposaunenchor des südlichen Dekants Markt Einersheim und sein Leiter Siegfried Schneider begleiteten den Auftakt zur Sonderausstellung "50 Jahre Posaunenchor Mönchsondheim - Wenn, Herr, einst die Posaune ruft" im Kirchenburgmuseum. Foto: Gerhard Bauer

Der Posaunenchor Mönchsondheim wurde vor 50 Jahren gegründet. Das Kirchenburgmuseum organisierte daher eine Sonderausstellung, die mit einem Empfang im Innenhof mit musikalischer Begeleitung des Bezirksposaunenchores des südlichen Dekanats Markt Einersheim eröffnet wurde. Die Begrüßung der Gäste aus Politik, Wirtschaft und Geistlichkeit sowie von Mitgliedern und Förderern des Museums übernahm Iphofens zweiter Bürgermeister Ludwig Weigand.

Posaunenchöre nannte er ein Paradebeispiel für dörfliche Gemeinschaft und Ausdauer gleichermaßen. Ohne diese Chöre wäre jeder Ort viel ärmer, denn viele gute Posaunenchöre begleiteten Gottesdienste und andere Anlässe. Weigand dankte dem mehr als 60-köpfigen Bezirksposaunenchor und dessen Leiter Sebastian Schneider sowie Daniela und Christian Kühnel für die Gestaltung der Ausstellung.

Stellvertretender Landrat Paul Streng nannte es eine gute Idee, 50 Jahre Mönchsondheimer Posaunenchor als Sonderausstellung zu konzipieren. Auf 13 Text- und Bildtafeln werde aufgezeigt, was einen guten Posaunenchor ausmache und warum dieser für das kulturelle Leben so wichtig sei. Öffentlich und privat sei Musik heute allgegenwärtig. 50 Jahre Posaunenchor bedeute 50 Jahre Unterricht an Instrumenten und 50 Jahre Botschafter des Evangeliums, aber auch 50 Jahre Zusammenhalt und die Förderung sozialer Kompetenz.

Der Obmann des Jubiläumschores Rainer Steudtner berichtete, dass der Chor derzeit über 18 Bläser verfüge, darunter noch zwei Gründungsmitglieder. Sechs Jugendliche befinden sich derzeit in Ausbildung. Jährlich treffe man sich zu etwa 50 Proben und 30 Auftritten. Das bedeute rund 120 Stunden Einsatz für die Dorfkultur im Jahr. Für den 22. September kündigte Steudtner einen Bläsergottesdienst in der Dorfkirche an.

Die Schirmherrschaft der Ausstellung übernahm Pfarrer Erich Eyßelein aus Prichsenstadt als stellvertretender Landesobmann des Verbandes evangelischer Posaunenchöre in Bayern. "Das ist stark", sprach Eyßelein von einer wunderbaren Feier. Die 14 Gründer des Chores hätten Mut bewiesen und persönlichen Einsatz gezeigt, als sie den Chor gründeten. Man habe zunächst Noten und Partituren lesen lernen und vor allem üben müssen, bis erste Auftritte erfolgen konnten. Dass der Posaunenchor bis heute durchgehalten habe, sei wirklich stark. Er verglich Bläser mit engelsähnlichen Herolden, die damit die Spielleute Gottes seien.

Museumsleiter Reinhard Hüßner erläuterte im Zwiegespräch mit der Kunsthistorikerin Daniela Kühnel über das Zustandekommen der Ausstellung. Nach mehr als einem Jahr Vorlauf mit Nachforschungen und Gesprächen sowie dem Durchforsten zahlreicher Bilder habe sie den Posaunenchor und die Geschichte und Entwicklung der Posaunenchöre in Deutschland erst so richtig kennen gelernt, erzählte Kühnel.  

Der Chor war 1969 auf Anregung von Günther Kohr gegründet worden, der nach Mönchsondheim geheiratet hatte und die Musik vermisste. Hauptlehrer Karl Werzinger übernahm die musikalische Grundausbildung des Notenlesens. Zunächst wurde auf geliehenen Instrumenten geübt, die die Posaunenchöre Markt Einersheim und Markt Herrnsheim zur Verfügung stellten. Eine unerwartet ergiebige Dorfsammlung erlaubte dann den Kauf erster eigener Instrumente, so dass die Gründung des Posaunenchores in Anwesenheit von Dekan Joachim Bomhard im Landjugendheim erfolgen konnte.

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