IPHOFEN

Posaunen des Bezirks schallen zusammen

„Wir haben C-Dur, Vorsicht also!“ Wolfgang Schneider hat die Kommandos raus, schwört die 50 Bläserinnen und Bläser, die vor ihm sitzen, auf die Tücken des nächsten Stückes ein. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen. So soll es am Sonntag, 3. Mai, klappen, wenn die Musiker der evangelischen Posaunenchöre aus Nenzenheim, Hüttenheim, Markt Herrnsheim, Bullenheim, Markt Nordheim, Dornheim, Hellmitzheim, Possenheim, Markt Einersheim und Mönchsondheim in Iphofen auftreten.
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Satter Klang: Im Nenzenheimer Feuerwehrhaus trafen sich Bläser aus zehn Posaunenchören zur Probe für ein Standkonzert. Foto: Foto: Timo Lechner

„Wir haben C-Dur, Vorsicht also!“ Wolfgang Schneider hat die Kommandos raus, schwört die 50 Bläserinnen und Bläser, die vor ihm sitzen, auf die Tücken des nächsten Stückes ein. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen. So soll es am Sonntag, 3. Mai, klappen, wenn die Musiker der evangelischen Posaunenchöre aus Nenzenheim, Hüttenheim, Markt Herrnsheim, Bullenheim, Markt Nordheim, Dornheim, Hellmitzheim, Possenheim, Markt Einersheim und Mönchsondheim um 14 Uhr auf dem Iphöfer Marktplatz spielen.

Eine Stunde lang gibt es beim Konzert „Querblechein“ Choräle, konzertante Stücke, ein paar Volkslieder – ein Querschnitt dessen, was die Posaunenchöre zu bieten haben. Zwischendrin noch ein Auftritt des Nachwuchses von der Musikschule.

„Bezirksprobe“ – das bedeutet für die Bläser einige Wochen Vorbereitung und dann drei Mal zum gemeinsamen Üben treffen. Im Nenzenheimer Feuerwehrsaal sitzen sie zusammen, Instrumentenweise aufgeteilt, Trompeten, Hörner, Posaunen der ersten und zweiten Stimme schön nebeneinander, damit „Dompteur“ Wolfgang Schneider alle im Blick und vor allem im Ohr hat. Auf den Notenpulten liegen Stücke auf, die den Mitwirkenden schon vor Monaten zugegangen sind und die auch in den Bläserheften stehen, die zur Grundausstattung eines Bläsers des Dekanats Markt Einersheim zählen. „Aber nicht nur die einfachen Sachen, ein gewisses Niveau wollen wir schon erreichen“, sagt Chorleiter Schneider, der aus Hellmitzheim stammt und sich als „Bläser mit Leib und Seele bezeichnet.

Echte Posaunenleidenschaft

Den Job als Bezirkschorleiter hat er inne, seit vor rund zehn Jahren die Dorfkulturtage in Iphofen stattfanden und er dazu einen Projektchor zusammenstellen sollte. Der erste Auftritt des Bezirkschores wurde zum großen Erfolg, der Ruf nach einer Wiederholung war sofort da. Seitdem treffen sich die Musiker ein Mal pro Jahr für ein Standkonzert. Die Teilnahme ist freiwillig, eingeladen ist jeder, die Anzahl der Musiker kann zwischen 30 und 100 variieren.

„Es freut mich sehr, dass heute so viele Junge da sind“, streut Schneider ein Kompliment mitten in die Probe und blickt auf die Hörner-Sektion, wo tatsächlich zwei gerade mal zehn Jahre alte Jungs hinter ihren Pulten sitzen. Die Dreikäsehochs freuen sich. Und lässt man den Blick in die Runde schweifen fällt auf, dass in der Tat viele jüngere Musiker neben altgedienten Bläser-Recken sitzen. Bezirksprobe als generationsübergreifendes Erlebnis.

„Auweia, da müssen wir jetzt mal ran – bitte Takt 21“ –- Schneiders Ohr entgeht einfach nichts. Schnell ist der Übeltäter ausgemacht – es war ein B statt einem H, das eine ganze Gruppe wie selbstverständlich falsch gegriffen hat. „Vorsicht, C-Dur, nicht F“, kommt da nochmal der Hinweis. Seit Februar wissen die Bläser, welche Stücke am 3. Mai auf dem Blatt stehen und hatten die Gelegenheit, vorab zu üben. Ob zuhause oder im heimischen Chor. Wer noch nicht ganz sattelfest im Notensatz ist, der bekommt spätestens in der Bezirksprobe Beine gemacht. Miteinander spielen, das kann auch mitreißend sein. Und der vollmundige Klang, mit dem das geräumige Feuerwehrhaus erfüllt wird, das macht Eindruck.

Kurze Pause. Es gibt Knacker und eine Ration „Mundstückspülung“ – unter Bläsern bekannt als Flüssiges für den Gaumen. Dann geht es weiter mit einem getragenen Choral, gefolgt von einem schmissigen Stück. „Das klingt doch spitze!“, freut sich Schneider. Alt und Jung lächelt mit. Das wird bestimmt gut am 3. Mai. So gut, dass Schneider noch ein Stück ankündigt, das er im Jahr 2016 dann spielen will. Echte Posaunenchor-Leidenschaft eben.

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