Wird im Wiesentheider Rathaus zu viel hinter verschlossenen Türen beraten? Im Gemeinderat nahm Bürgermeister Werner Knaier zu der kürzlich erfolgten Überprüfung einiger Sitzungspunkte durch die Rechtsaufsicht des Landratsamtes Stellung. Das Ergebnis: Die Behörde befand, dass von zehn Punkten drei im öffentlichen Teil zu behandeln gewesen wären.

Das Ganze ging auf eine Beschwerde von Gemeinderat Andreas Laudenbach zurück. Er hatte im April eine Sitzung des Kultur- und Sportausschusses moniert, in der es um Arbeiten in der Steigerwaldhalle, die der Gemeinde gehört, ging. Themen waren Mietkosten, Überlegungen zur Einrichtung und Bauarbeiten im Zuge der Sanierung der Halle. Er, so Laudenbach, habe intern bereits mehrfach angemahnt, dass manche Punkte öffentlich zu behandeln seien, sei damit aber meist im Gremium durchgefallen. Er erinnerte daran, dass sich die Gemeinderäte zu Beginn der neuen Wahlperiode vor einem Jahr mehr Transparenz auf die Fahne geschrieben hatten.

Zudem kritisierte Laudenbach den Bürgermeister, von diesem nicht nur beim oben genannten Punkt „keine vernünftigen Informationen“ bekommen zu haben. Später wies Ratsmitglied Frank Hufnagel darauf hin, dass laut Gesetz „fast alles“ öffentlich zu beraten sei.

Knaier sagte, der Kulturausschuss sei nur ein vorberatendes Gremium. Was dort entschieden werde, wolle er erst dem Gemeinderat vortragen, bevor es an die Öffentlichkeit gehe. Dritter Bürgermeister Heinrich Wörner bedauerte, dass Laudenbach die Rechtsaufsicht eingeschaltet und seine Probleme nicht direkt mit der Verwaltung besprochen habe.

Er habe das Thema mit dem Bürgermeister diskutiert, so Laudenbach. Er habe dabei „keine sachliche Begründung bekommen. Es hieß, wenn ich nicht zufrieden bin, soll ich eben zur Rechtsaufsicht.“ Knaier sah das Ganze gelassen. Schließlich habe er bei der Mehrheit der Punkte Recht bekommen.