KITZINGEN

Pläne für 5,5-Millionen-Euro-Halle wackeln

Trotz Mehrheitsentscheidung – vor einem Jahr – ist die Sport- und Mehrzweckhalle im Kitzinger Deusterpark (an der Nordtangente) noch nicht endgültig beschlossene Sache.
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Trotz Mehrheitsentscheidung – vor einem Jahr – ist die Sport- und Mehrzweckhalle im Kitzinger Deusterpark (an der Nordtangente) noch nicht endgültig beschlossene Sache.

Alternativen prüfen

Bevor die Stadt das auf mindestens 5,5 Millionen Euro geschätzte Projekt anpackt, sollen Standortalternativen für die Veranstaltungshalle in den einstigen US-Kasernen geprüft werden. Dies beschloss der Stadtrat am vergangenen Donnerstag.

Der einstimmige Beschluss – auf Antrag der SPD-Fraktion – klammert ausdrücklich die Frage der gewünschten Doppelsporthalle aus. Die ist eine Bedingung, nachdem die Schulturnhalle der St.-Hedwig-Schule marode und seit längerem geschlossen ist. Ob die am alten Standort saniert, neu gebaut oder – wie im November 2012 im Stadtrat beschlossen – auf Kitzingens teuerstem Bauplatz als Doppelhalle (zwischen zwei und 2,2 Millionen Euro teuer) im Deusterpark errichtet wird, war kein Gegenstand der Diskussion im Rat.

Die kreiste ausschließlich um eine Veranstaltungshalle, die eine Ratsmehrheit bei der einstigen 23:6-Grundsatzentscheidung als „historische Chance“ (Franz Böhm, ProKT) gesehen hatte. Dass das Vorhaben jetzt nicht mehr ausschließlich mit der Sporthalle verknüpft ist, liegt an den Kosten: 5,5 Millionen sind für viele Stadträte schlicht zu viel für einen ohnehin überfrachteten städtischen Investitionsetat.

Standort Innopark

Die Hoffnungen liegen jetzt in den einstigen Larson Barracks (Innopark) und Harvey Barracks (conneKT). Nach den Worten von Astrid Glos (SPD) hat die Innopark-Leitung die ehemalige Bücherei als mögliche Veranstaltungshalle angeboten. Der Eigentümer wolle das Haus sanieren, wenn die Stadt das Gebäude anmieten würde. Bei dieser Lösung brauche die Stadt weder zusätzliches Personal, noch einen Betreiber, betonte Glos.

Die Alternativ-Überlegungen stießen bei OB Siegfried Müller durchaus auf Zustimmung. Allerdings vermisste er konkrete Zahlen, was die Kosten einer Anmietung angeht. Die könnten am 17. Oktober auf den Tisch kommen, wenn – wie geplant – die Eigentümer der Ex-Kasernen ihre Vorstellungen zur Vermietung geeigneter Veranstaltungsräume im Stadtrat präsentieren.

Zahlen fehlen

Belastbare Zahlen – die fehlen schon lange für das Vorhaben, Kitzingen neben der unbedingt nötigen Schulsporthalle auch einen Veranstaltungsort zu geben, der bis zu 600 Besucher fasst. Allerdings will das Bauamt, laut dessen Leiter Oliver Graumann, am 17. Oktober neben den Kosten für die Sport- und Mehrzweckhalle auch die für gut 200 Parkplätze, die Erschließung und die Freisportanlagen vorlegen.

Ans Geld denken

Der Wunsch, mit einer Alternativplanung Geld zu sparen, ist nicht neu. Bei der Mehrzweckhallen-Entscheidung vor rund einem Jahr waren KIK, Freie Wähler und ÖDP schon skeptisch, was die Finanzierung der Rieseninvestition anging. Dabei war auch – vor der SPD, die den Entscheid damals mittrug – die Prüfung von Standortalternativen für die Veranstaltungshalle angeregt worden.

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