DETTELBACH

Plädoyer für Windräder bei Bibergau

Der Vorstoß der „Bürgerinitiative Dettelbach und Ortsteile“, den geplanten Windpark bei Bibergau durch ein Bürgerbegehren zu verhindern, stößt beim Vorsitzenden der Kreisgruppe Kitzingen des Bund Naturschutz (BN) auf Widerspruch: Manfred Engelhardt appelliert an die Bürger, die Entscheidung des Stadtrats zu akzeptieren und sich vielleicht auch in die Planungen und Investitionen bei den Windrädern einzubringen.
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Windrad
Im ersten Halbjahr sind 422 neue Offshore-Windkraftwerke mit einer Leistung von 1765 Megawatt neu ans Netz gegangen. Foto: Jens Kalaene/Symbolbild

Der Vorstoß der „Bürgerinitiative Dettelbach und Ortsteile“, den geplanten Windpark bei Bibergau durch ein Bürgerbegehren zu verhindern, stößt beim Vorsitzenden der Kreisgruppe Kitzingen des Bund Naturschutz (BN) auf Widerspruch: Manfred Engelhardt appelliert an die Bürger, die Entscheidung des Stadtrats zu akzeptieren und sich vielleicht auch in die Planungen und Investitionen bei den Windrädern einzubringen.

Der Windpark, bei dem sich bis zu sechs Rotoren südöstlich von Bibergau drehen könnten, wird von einer klaren Mehrheit im Dettelbacher Stadtrat befürwortet. Widerstand kommt von der Bürgerinitiative, die am vergangenen Samstag an einem Stand in Dettelbach über die Windräderpläne informierte und dabei rund 130 Unterschriften für das Bürgerbegehren sammelte.

Die Skepsis vieler Dettelbacher hält Engelhardt für verständlich. In einer Stellungnahme erinnert er allerdings an den „größeren Zusammenhang“: Wer glaube, dass Atom- und Kohlestrom „übergroße Hypotheken auf die Zukunft aufnehmen“, müsse über Alternativen nachdenken. Die Windkraft könne dabei eine besondere Rolle spielen, weil sie „in drei bis sechs Monaten den zum Bau notwendigen Energieaufwand wieder hereinholt.“

Positiv sieht Engelhardt auch den geplanten Standort für die Windkraftanlagen auf den Flächen zwischen Bibergau und Effeldorf. Hier seien keine Naturschutzgebiete betroffen und: „Auch die Wiesenweihe verirrt sich nur selten dorthin.“

Ein Argument pro Windkraft ist für den BN-Kreisvorsitzenden auch die positive Entwicklung Dettelbachs. Zuwächse bei Bewohnern und Gewerbe bedeuteten mehr Stromverbrauch – und der lasse sich unter anderem besonders gut auch durch Windstrom decken.

Der Gegenwind aus dem Lager der Bürgerinitiative gilt vor allem den rund 200 Meter hohen Türmen. Diese seien zu nah an der Bebauung. Zudem werde die 10h-Regelung (Höhe der Türme mal zehn soll der Mindestabstand sein) der Staatsregierung mit dem Stadtratsbeschluss unterlaufen. Allerdings sieht die Regelung vor, dass die jeweilige Kommune mit einer eigenen Bauleitplanung die Abstände deutlich unterschreitet.

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