Wiesentheid

Pia Beckmann zu demokratischem Zusammenleben

In Anlehnung an das afrikanische Sprichwort „Willst du schnell gehen, geh allein, willst du weit gehen, geh mit anderen gemeinsam“ betitelte Pia Beckmann ihre Ausführungen beim Neujahrsgespräch der CSU Wiesentheid über Grundlagen der Demokratie im Historischen Pfarrhaus Wiesentheid. Anlass für dieses Thema war die schwierige, kontroverse und die Bürger spaltende Diskussion in der Gemeinde Wiesentheid um die Salatgewächshäuser.
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Als Dankeschön übergab Helma Schug ein „faires Geschenk“ an Pia Beckmann (Mitte), rechts der  stellvertretender Ortsvorsitzender Otto Hünnerkopf . Foto: Barbara Becker

In Anlehnung an das afrikanische Sprichwort „Willst du schnell gehen, geh allein, willst du weit gehen, geh mit anderen gemeinsam“ betitelte Pia Beckmann ihre Ausführungen beim Neujahrsgespräch der CSU Wiesentheid über Grundlagen der Demokratie im Historischen Pfarrhaus Wiesentheid. Anlass für dieses Thema war die schwierige, kontroverse und die Bürger spaltende Diskussion in der Gemeinde Wiesentheid um die Salatgewächshäuser.

Aus ihren Erfahrungen als Gründerin der Würzburger Initiative „pics4peace – Jugend für Demokratie und Frieden“ und jahrelanger politischer Erfahrung legte sie dar, dass es in gelebter Demokratie darum gehe, die anstehenden Probleme in der Gesellschaft zu erkennen, einen offenen Dialog darüber zu führen und mehrheitlich einen vernünftigen Kompromiss zu finden, der von einer Minderheit mitgetragen werden sollte.

Fünf Thesen für den Erfolg

Sie nannte fünf Thesen für den Erfolg: Wer weit kommen will, muss im Verbund mit den beteiligten Menschen friedlich, freundlich und frei von Hass agieren. Heute haben Menschen oft den Eindruck, die Politik reagiert nur noch. Idealerweise sollten Politiker gemeinsam mit den Menschen sich mittel- und langfristige Ziele setzen wie bezüglich Energieversorgung, Klima-, Artenschutz, Bildung, Verkehr und Wohnungsbau, damit die Menschen mitwirken können.

Wer weit kommen will, muss den Menschen die Zusammenhänge und die Wirkung seiner Maßnahmen erklären. Das betrifft auch die weltweite Bewegung „fridays for future“. Für viele Menschen ist es eine polarisierende Bewegung, wobei Ursache und Form der Durchführung diskutiert werden müssten. Wer weit kommen will, muss sachlich und fair sein. Besonders in den sozialen Medien oder in Wahlkampfzeiten wird häufig eine Sprache gewählt, bei der andere klein oder schlecht geredet werden sollen, damit ich selbst größer erscheine.

Einsetzen für demokratische Werte

Wer weit kommen will, muss sich aktiv einsetzen für demokratischen Werte. Wir müssen unsere Gesetze anwenden, um den um sich greifenden Radikalismus und die Verletzung der Menschenwürde zu bestrafen, damit das Vertrauen in unseren Rechtsstaat wieder wachsen kann. Übelste Beschimpfungen und Bedrohungen gegenüber anders aussehenden oder anders denkenden Menschen dürfen nicht geduldet werden.

Wer weit kommen will, muss sich seiner Vorurteile bewusst werden. In einem Kurzfilm, den Pia Beckmann mit der Initiative pics4peace drehte, wurde augenscheinlich, dass jeder von uns Vorurteile hat. Die einzige Möglichkeit, sich selbst zu korrigieren, ist es, mit dem anderen zu sprechen und sich auf ihn einzulassen. Polemiker sprechen diese Vorurteile bewusst an und erzeugen auf diese Weise Entrüstung, Wut oder Aggression. Voraussetzung für einen echten Dialog ist die Wertschätzung des anderen Menschen und das grundsätzliche Vertrauen.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

In der sich anschließenden Diskussion beim Neujahrsgespräch spürte man, dass diese Aussagen wegweisend für Wiesentheid sein können. Das Jahr 2019 verlief kommunalpolitisch sehr emotional. Wichtig für 2020 sei es, wieder gemeinsam an einem Strang zu ziehen, damit sich Wiesentheid weiterhin gut entwickeln kann und die Menschen wertschätzend und offen miteinander umgehen. Man darf gespannt sein, wie die Impulse zum Neujahrsgespräch mit Pia Beckmann in den nächsten Monaten in Wiesentheid gelebt werden.

Zum Schluss bedankte sich Otto Hünnerkopf, stellvertretender Vorsitzender der CSU Wiesentheid, mit einem Präsent bei Pia Beckmann als Referentin und bei Bertram Muth von der Hanns-Seidel-Stiftung, der die Veranstaltung unterstützt hatte.

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