Marktsteft
Fehlentscheidung

Photovoltaikanlage stört das Ortsbild

Der Stadtrat von Marktsteft ist erschrocken darüber, wie unpassend die neuen Photovoltaik-Module im Ort wirken. Ein Teil muss wieder abmontiert werden.
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Zum ortstypischen Charakter der schmalen Gassen im Bereich des Marktstefter Hafenviertels passt die grau glänzende Photovoltaikanlage nicht.  Foto: mk
Zum ortstypischen Charakter der schmalen Gassen im Bereich des Marktstefter Hafenviertels passt die grau glänzende Photovoltaikanlage nicht. Foto: mk
Aus der Nähe betrachtet fällt die Photovoltaik-Anlage auf dem Anwesen von Elisabeth Cieply in der Strumpfwirkergasse kaum auf. Anders ist es, wenn man von Michelfeld kommend am Beginn der Herrnstraße auf den Innenort von Marktsteft blickt. Von hier sieht man zumindest die oberen beiden gläsernen Reihen sehr wohl.
Ein Umstand, den Bürgermeister Rudolf Riegler (FW) nicht bedacht hatte, als er - wohlmeinend im Sinne der Antragstellerin sowie einer umweltfreundlichen Energiegewinnung - keine Schwierigkeiten gesehen hatte, als Cieply vor geraumer Zeit um grünes Licht für die Errichtung der Anlage anfragte.

Dass Bürgermeister Riegler die Zustimmung in gutem Glauben erteilte, bezweifelt im Stadtratsgremium niemand.

Hatte doch die Stadt angesichts entsprechender Anfragen unlängst ihre Gestaltungssatzung dahingehend überarbeitet, dass auf Dachflächen, die vom
öffentlichen Raum nicht oder kaum einsehbar sind, Photovoltaik-Anlagen errichtet werden können. Seit einiger Zeit ist die Anlage von Elisabeth Cieply nun montiert und sichtbar. Für die Stadt wie auch Landratsamt und Landesamt für Denkmalpflege stellt sich das Problem, dass es für den Innenortbereich ein Entwicklungskonzept im Rahmen der Städtebauförderung gibt, das als entscheidenden Faktor die Wechselwirkung zwischen Altort und Mainaue im Fokus hat.

Gerade der ortstypische Charakter der schmalen Gassen im Bereich des Hafenviertels sollte dabei Berücksichtigung finden. Photovoltaik-Anlagen könnten diesen Charakter verändern.

Über die Anlage in der Strumpfwirkergasse wird nun seit einigen Monaten diskutiert. Bürgermeister Riegler sprach von einer unglücklichen voreiligen Entscheidung seinerseits, als er die Zusage an Frau Cieply erteilt hatte, und räumte den Lapsus offen ein.

"Das nehme ich auf mich", machte er in der Stadtratssitzung am Dienstag deutlich.

Im Grunde ist klar, dass die Anlage - zumindest teilweise - wieder entfernt werden muss. Den Antrag von Elisabeth Cieply auf Beibehaltung in der derzeitigen Form lehnten die Ratsmitglieder daher einstimmig ab. Auf einem Nebengebäude kann die Antragstellerin Module aufbringen, hierfür liegt ein positiver Behördenbescheid bereits vor.
Welchen Aufwand der Umbau bedeutet, steht noch nicht fest. Klar ist für die Stadt aber auch, dass dieser Aufwand nicht der Antragstellerin angelastet werden kann.
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