Der katholische Pfarrer Rainer Hörnig geht in den Ruhestand - langsam und auf Raten. Am Fronleichnamsdonnerstag erhielt der 75-Jährige beim Pfarrfest in der Marktbreiter Marienkirche seine offizielle Verabschiedung: "Mit Wirkung zum 1. Juni ist er im Ruhestand", verkündete Pfarrer Manfred Bauer aus Kitzingen in seiner Abschiedsrede. Hörnig bleibt allerdings noch im Dienst, bis ein Nachfolger gefunden ist, der die katholische Pfarrei mit ihren sieben Filialen Segnitz, Obernbreit, Marktsteft, Michelfeld, Martinsheim, Enheim und Gnodstadt übernehmen wird.

Offiziell leitet nun Pfarradministrator Manfred Bauer aus Kitzingen die Pfarrei. Hörnig wird ihm in der Vakanzzeit aber die Gottesdienste so weit wie möglich abnehmen und - so lange es ihm seine Gesundheit erlaubt - auch pastorale Aufgaben weiter ausführen.


Die Musik war ein Grund



In wenigen Tagen feiert der Pfarrer seinen 76. Geburtstag - und ist damit seit 33 Jahren in Marktbreit: 1979, mit 43 Jahren, übernahm Hörnig die Pfarrstelle. Er erinnert sich noch genau an seine ersten Eindrücke: "Ich habe mir die Stelle genau angeschaut und sie dann aber gleich angenommen. Besonders gefiel mir, dass es eine etablierte Blaskapelle gab, die an Fronleichnam, Weihnachten und dem Pfarrfest spielten - und dass es in Marktbreit aufgeschlossene Bürger gibt."

1936 in Amorbach geboren studierte Hörnig in Würzburg Theologie und wurde bereits im zarten Alter von 23 Jahren zum Priester geweiht - mit Sondergenehmigung aus Rom vollzog der damalige Würzburger Bischof Josef Stangl die Weihe. "Weil ich noch keine 24 Jahre alt war, musste der Papst zustimmen", erklärt Hörnig zurückblickend. Sein Weg führte in zunächst als Kaplan nach Heimbuchenthal, dann nach Bronnbach und Kleinostheim und dann als Pfarrer nach Zimmern bei Marktheidenfeld über Erlach bis nach Marktbreit, wo er sich nun auch zur Ruhe setzen will. Aber so richtig ans Aufhören denkt Rainer Hörnig noch nicht. Beispielsweise erinnert er sich sehr gerne an seine Ausflüge mit der Jugend, meist zum Skifahren, oder an die Herbstausflüge mit der ganzen Pfarrei. "Das würde ich am liebsten weitermachen", schwärmt er - und wie man ihn kennt, wird er das auch wahr machen.

Besonders ans Herz gewachsen ist ihm die Jugend der Pfarrei. "Ich habe viele junge Leute heranwachsen sehen. Auch jetzt kommen manchmal noch Ministranten oder Schüler von früher zu mir und sagen, wie gerne sie an unsere gemeinsame Zeit zurückdenken." Seinen zukünftigen Nachfolger will er nach Kräften unterstützen. Sein Rat an ihn: "Immer das persönliche Gespräch mit den Leuten suchen - und zwar in allen Lebenslagen." Er wünscht seinem Nachfolger, dass er in die Gemeinschaft genauso gut aufgenommen wird, wie er vor 33 Jahren, und dass die Leute ihm ihr Vertrauen schenken.


Persönliches Glaubensbekenntnis



Beim Gottesdienst am Donnerstag machte Hörnig seiner versammelten Gemeinde ein ganz besonderes Geschenk. "Ich will euch ein paar Worte mit auf euren Lebensweg geben", begann er und sagte sein persönliches Glaubensbekenntnis auf: "Ich glaube, dass hinter allem noch so verwirrenden Weltgeschehen Gott der Vater am Werk ist. Ich glaube an den Heiligen Geist, der aus dem Abgrund unseres Herzens zum Vater ruft und dort, wo wir mit dem Beten am Ende sind, sich zu unserem Anwalt und Fürsprecher macht. Ich glaube an die Zukunft der Welt, weil Gott sie liebt."

Nach diesen bewegenden Worten spielten für ihn natürlich Hörnigs geliebte Marktbreiter Musikanten unter der Leitung von Kilian Mend zum Abschied.