Wer in Segnitz einen Garten von mehr als 100 Quadratmetern hat, konnte bislang - auf Antrag -von einem Teil der Abwassergebühr befreit werden. Das bedeutete bei Gärten von mehr als 400 Quadratmetern Größe circa 25 Kubikmeter weniger Abwasser pro Jahr. Eine Rechnung, die von Seiten der Verwaltung als nicht mehr angemessen angesehen wird.

Grundsätzlich ist ein pauschaler Abzug des Gartenwassers zwar zulässig, doch müsste dazu eine Mindestmenge an Wasserverbrauch pro Person eingeführt werden. In Segnitz hatte dieses Fehlen einer Mindestmenge zu „augenfälligen Erscheinungen“, wie es Bürgermeister Rudolf Löhr ausdrückte, geführt, etwa wenn eine sechsköpfige Familie mit nur 18 Kubikmetern Wasser pro Jahr auskam.

„Das Fehlen einer Mindestmenge hat zu augenfälligen Erscheinungen geführt“
Rudolf Löhr, Bürgermeister

Das Problem: In Segnitz gibt es etliche alte Brunnen, deren Nutzung nicht sicher geklärt ist. Auffällig ist zudem: Die Abwassermenge für die Berechnung der Kosten der Gemeinde an der Kläranlage liegt weit vom Wasserbezug entfernt. Das wiederum führt zu einem hohen Defizit bei der Abwasserentsorgung.

Um hier wenigstens etwas gegenzusteuern, schlug die Verwaltung eine Neugestaltung der Gartenwasserregelung vor: Entweder führt die Gemeinde einen Mindestverbrauch an Frischwasser, etwa 30 Kubikmeter pro Jahr und Person ein, oder die Gartenbewässerung mit Trinkwasser muss durch einen Wasserzähler nachgewiesen werden. Insgesamt trifft die Befreiung 26 Nutzer, die jährlich gut 1100 Euro an Abwassergebühr sparen. Außerdem gibt es in Segnitz Brunnenbesitzer, die die Pauschalregelung nutzen, die also das Brunnenwasser zum Gartengießen verwenden, und so von der Pauschale profitieren.

Über diese Alternativen kam es zu einer munteren Diskussion im Gemeinderat. Die Räte waren sich darüber einig, dass nur Wasseruhren, die den tatsächlichen Gartenwasserverbrauch anzeigen, gerecht sind. Doch da dem ein höherer finanzieller Aufwand für den Zählereinbau und das Ablesen entgegensteht, wurde zunächst um eine Lösung gerungen.

Am Ende einigten sich die Räte bei zwei Gegenstimmen auf die Streichung der Pauschale und den Nachweis der verbrauchten Wassermenge für die Gartenbewässerung durch den Einbau von geeichten Wasserzählern.