Kitzingen

Paul: Klimaschutz erfordert, bittere Wahrheiten umzusetzen

Der OB-Kandidat der SPD Kitzingen diskutierte in seinem "Zukunftsforum" Fragen zu Umwelt und Energie.
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Der Kitzinger OB-Kandidat der SPD, Manfred Paul (links), diskutierte mit Experten über Klimapolitik. Foto: SPD

Inmitten der Hochtechnologiefirmen im Innopark Kitzingen lud der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Manfred Paul im alten Jahr zu einem weiteren Zukunftsforum ein. Diesmal kamen mehr als 100 Besucher zum Thema Umwelt/Energie, schreibt Paul in einer Pressemitteilung.

Die drei Referenten Hans Fischer, Altbürgermeister aus Schwebheim, der Klimaforscher Prof. Heiko Paeth von der Universität Würzburg und die Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Gudrun Rentsch von arc.grün, Kitzingen, spannten einen weiten Bogen von den globalen Klimazielen bis zu Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene.

Prof. Paeth skizzierte wissenschaftlich nüchtern den aus seiner Sicht kaum mehr rückgängig zu machenden Klimawandel. Besonders zeigte er die dramatischen Auswirkungen auf die Region Unterfranken: zunehmende Wasserknappheit bei Sonderkulturen und Weinbau, deutlich gestiegene gesundheitsbeeinträchtigende „Tropennächte“ mit Nachttemperaturen nicht unter 20°C und die drastischen Trockenschäden in den Wäldern. Ein Stoppen der Entwicklung sei nicht mehr möglich, wohl aber ein Abschwächen und ein Anpassen.

Lokale Maßnahmen zum Klimaschutz

Hans Fischer und Gudrun Rentsch legten anschließend die Maßnahmen dar, die auf kommunaler Ebene und in landschaftsplanerischer Sicht möglich sind. So berichtete Fischer, dass in seiner Heimatgemeinde Schwebheim bereits in den 1980er-Jahren mit der ökologischen Flurbereinigung begonnen wurde und damit Fehlentwicklungen, wie dem Entfernen aller Flurhecken und vieler Bäume, entgegengewirkt wurde. Auch teilte er mit, dass in Schwebheim nur Bauplätze zu kaufen sind, wenn sich der jeweilige Käufer verpflichtet, Erdwärme zu nutzen.

Rentsch konnte sich dem nur anschließen und mahnte zu Konsequenz bei stadtpolitischen Entscheidungen: Nur wenn Innenentwicklung vor weiterer Zersiedelung gefördert werde und bei neuen Bauvorhaben klare Vorgaben und Gebote angewandt würden, könne Klimaanpassung auf lokaler Ebene funktionieren. Dabei müssten in Baugebieten auch unbequeme Festsetzungen zu Energieversorgung, Versiegelung, Pflanzungen und Wasserrückhalt getroffen werden. 

Manfred Pauls nächstes "Zukunftsforum" zum Thema „Wirtschaftsstandort Kitzingen“ findet am Freitag, 17. Januar, um 19 Uhr in der Rathaushalle in Kitzingen statt. Seine Gäste: Prof. Peter Bofinger, ehemaliges Mitglied der „Wirtschaftsweisen“, Josef Ramthun, Geschäftsführer der Franken Guss GmbH & Co. KG, Volker Wedde, Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Handelsverbands, und Klaus Stieringer, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Bamberg.

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