MÜNSTERSCHWARZACH

Pater Anselm: Habe an Börse schon 10 Millionen Euro verloren

Bei Spekulationen hat Anselm Grün während der Finanzkrise rund zehn Millionen Euro verloren. Warum er das gelassen nimmt und nach welchen ethischen Grundsätzen er auch weiterhin in Aktien investiert.
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Anselm Grün, Benediktinerpater aus dem Kloster Münsterschwarzach und Bestsellerautor Foto: Andrea G.

Anselm Grün (73), Benediktinerpater aus dem Kloster Münsterschwarzach und Bestsellerautor, hat in seiner Eigenschaft als Finanzchef der Abtei in der Finanzkrise rund zehn Millionen Euro an der Börse verloren. Auf die Frage, ob die Mitbrüder daraufhin ein wenig unentspannt gewesen seien, sagte er der in München erscheinenden Illustrierten „Bunte“: „Na ja, ein wenig.“ Dazu sei gekommen, dass er sich Geld bei der Bank geliehen und dann an der Börse angelegt habe. Grundsätzlich brauche man einen langen Atem bei Aktiengeschäften, ist der Ordensmann überzeugt - „und den habe ich“.

Mit Bauchgefühl und Börsenbrief

Nach den Worten des Benediktiners lief es 2017 mit den Geschäften wieder „ganz gut“. Bei dem einen Fonds habe er 16 Prozent Gewinn gemacht, bei dem anderen neun. Allerdings sei er mit dem einen Fonds aktuell mit 1,5 Prozent im Minus. Es laufe eben nicht immer. Er investiere in verschiedene Aktien oder Fonds. Dabei habe er seine ethischen Grundsätze. Aktien von Rüstungsfirmen oder Luxusunternehmen kämen nicht infrage. „Ich lese den Börsenbrief, dann vertraue ich meinem Bauchgefühl.“ Geld verloren habe er an typischen Ökologie-Unternehmen wie etwa Solarworld. Aus der Finnazkrise habe er auch persönlich gelernt. „Man muss auch mal verlieren können“, sagte Grün einmal in einem Interview mit dieser Redaktion.

Der Armut verpflichtet

Als Bestsellerautor trägt der Mönch aber auch zum Unterhalt des Klosters bei. Die mit seinen Büchern verdienten Millionen fließen seinen Angaben nach „ins Kloster, ins Schulhaus, die Kirche und so weiter“. Luxus sei für ihn als Mönch, der sich zur Armut verpflichtet habe, überhaupt keine Versuchung. Manchmal halte er Vorträge für Großkonzerne oder Banken und werde danach zum Essen eingeladen. „Wir besuchen dann meist Restaurants, in die würde ich freiwillig nie reingehen, weil es mir einfach widerstrebt, so viel Geld für Essen auszugeben.“

Lange Jahre war Grün nach dem Studium der Philosophie, Theologie und Betriebswirtschaft als „Cellerar“ der wirtschaftliche Leiter der Abtei und damit für rund 300 Mitarbeiter in über 20 Betrieben verantwortlich.

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