VOLKACH

Ohne Gesamtkonzept kein Feuerwehrauto

Größere Anschaffungen bei den Feuerwehren soll es künftig nur noch dann geben, wenn ein Gesamtkonzept für alle elf Ortsteilwehren erstellt ist. Nach fast zweistündiger Diskussion trafen die Mitglieder des Volkacher Stadtrats am Montag mit 15:5 Stimmen diese Entscheidung. Die Kommandanten der Wehren sollen das Konzept unter Federführung des Feuerwehrreferenten Günter Nicola ausarbeiten, so der Beschluss.
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Die Arbeit ruft: Feuerwehrreferent Günter Nicola soll mit den Kommandanten der Ortsteilwehren möglichst bald einen Bedarfsplan erstellen. Foto: Foto: Peter Pfannes

Größere Anschaffungen bei den Feuerwehren soll es künftig nur noch dann geben, wenn ein Gesamtkonzept für alle elf Ortsteilwehren erstellt ist. Nach fast zweistündiger Diskussion trafen die Mitglieder des Volkacher Stadtrats am Montag mit 15:5 Stimmen diese Entscheidung. Die Kommandanten der Wehren sollen das Konzept unter Federführung des Feuerwehrreferenten Günter Nicola ausarbeiten, so der Beschluss.

Eigentlich hätte das Konzept schon längst stehen sollen, doch bislang waren die Kommandanten nicht zusammengekommen um den aktuellen Stand der Wehren und die Notwendigkeit von Anschaffungen festzuhalten. Leidtragende des Beschlusses sind die Floriansjünger aus Fahr. Die Feuerwehrleute, die mit über 20 Mann die Ratssitzung live verfolgten, benötigen dringend ein neues Einsatzfahrzeug, weil der Motor ihres Veteranen (Ford, Baujahr 1980) defekt ist. Mit dem beantragten TSFW (Tragkraftspritzen-Fahrzeug), das 800 Liter Wasser und vier Atemschutzgeräte an Bord hat, will die Wehr einsatzfähig bleiben.

75 800 Euro für das neue „nackte“ Fahrzeug brachten die Stadträte ins Grübeln, zumal in anderen Ortsteilen noch ältere Modelle bei den Wehren vorhanden und die städtischen Finanzen nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Bei einer Zusage für Fahr befürchten einige Räte Folgeanträge beispielsweise aus Köhler (Anhänger, 56 Jahre alt), Dimbach (Ford, 39), Obervolkach (Mercedes, 35), Eichfeld (Ford, 34) Krautheim und Rimbach (beide Mercedes, beide 34).

Feuerwehrreferent Günter Nicola (SPD), der nicht an der Sitzung teilnehmen konnte, betonte in einem schriftlichen Statement die dringende Notwendigkeit der Anschaffung für Fahr. „Das Fahrzeug kann nur mit Mühe und Not am Laufen gehalten werden und nur noch bedingt den Brandschutz gewährleisten. Der Motor und andere Teile sind kaputt oder verschlissen. Ersatzteile zu beschaffen ist beinahe unmöglich und äußerst schwierig“, sprach sich Nicola für die Anschaffung eines Vorführfahrzeugs aus, welches auch die Landkreisführung der Feuerwehren befürwortete.

„Ein Schnäppchen“, meinte Stadtrat Uwe Kossner (CSU). Ein neues TSFW würde 25 000 Euro mehr kosten. „Kommandant Kilian Meusert hat eine einmalige Chance ausfindig gemacht“, so Kossner. Auch Fred Mahler (BL) war für die Anschaffung: „Wenn es heute in Fahr brennt, wird dort nicht einmal ein Alarm ausgelöst, weil für die Rettungsleitstelle das dortige Fahrzeug nicht einsatzfähig ist.“ Warum für neue Ausrüstung in Fahr weitere 20 000 Euro anfallen, stellte Mahler klar: „Das neue Fahrzeug braucht zusätzliche Geräte nach der Feuerwehrnorm.“

Herbert Römmelt (FWG) erinnerte an einen früheren Ratsbeschluss, dass die Kommandanten aller Wehren einen Bedarfsplan erstellen sollen. Weil das bislang nicht geschehen ist, könne der Stadtrat nur schlecht entscheiden. „Ich erwarte von den Kommandanten eine intensive Beratung und eine loyale Einstellung, ohne dass man seinen eigenen Kirchturm sieht“, so Römmelt. Heiko Bäuerlein (CSU) sah die Situation ähnlich: „Wir dürfen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir haben noch mehrere alte Fahrzeuge. Nicht ins Blaue hinein investieren. Das sind wir den anderen Ortsteilen schuldig.“ Auch Anja Hirt (FWG, „Wir haben doch festgelegt, kein neues Fahrzeug ohne Gesamtkonzept. Erst zusammensetzen und dann entscheiden“) und Bürgermeister Peter Kornell (FWG, „Mit einer Entscheidung werden die Messlatten für unsere Wehren neu gelegt) sprachen sich gegen einen sofortigen Kaufbeschluss aus.

Die Argumente von Kommandant Kilian Meusert („Wir haben sieben Atemschutzträger und drei weitere Kameraden haben Interesse“), vom Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Günter Dittmann („Gebrauchte Fahrzeuge sind eine Fehlinvestition. Stand der Technik ändert sich ständig“) und von Gaibachs Kommandant Daniel Schmitt („Ein Einsatzfahrzeug mit Wassertank und Atemschutz ist beim Erstangriff zwingend erforderlich“) konnten die Mehrheit im Gremium schließlich nicht umstimmen, so dass Fahr weiter auf ein einsatzfähiges Fahrzeug warten muss.

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