KITZINGEN

Oh Tannenbaum: Christbaumschlagen für jedermann

Ohne Christbaum wäre die Weihnachtszeit nur halb so schön. Für alle, die ihre Tanne oder Fichte frisch aus dem Wald holen möchten, gibt es in Kitzingen ein Angebot.
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Mehrere hundert Weihnachtsbäume wachsen auf der Plantage der Gärtnerei Hummel in Kitzingen. Foto: Foto: Martin Nefzger
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Andreas Weiermann und sein Sohn Hannes laufen in dicke Winterjacken eingepackt an den Bäumen entlang. Es ist kalt; gerade hat es noch ein wenig geschneit. Mit einer roten Säge in der Hand sieht sich der Vater die Tannen und Fichten ganz genau an. „Der ist schon mal nicht schlecht“, murmelt er neben einem schön gewachsenen Exemplar.

Unterwegs auf der Christbaum-Plantage

Die beiden sind auf der Christbaum-Plantage der Gärtnerei Hummel in Kitzingen unterwegs. Mehrere Hundert Bäume werden dort jedes Jahr gefällt. Das Besondere: Wer möchte, kann sich sein Exemplar selbst absägen. „Das machen rund 70 Prozent unserer Kunden“, sagt Peter Hummel, Juniorchef der Gärtnerei. Der Rest hole sich einen bereits geschlagenen Baum.

Und die Deutschen lieben ihren Weihnachtsbaum – rund 29,5 Millionen Exemplare wurden im vergangenen Jahr im ganzen Land verkauft. Geschmückt mit glänzenden Kugeln, schillernden Sternen, glitzernden Zapfen und Kerzen oder leuchtenden Lichterketten landen sie als Weihnachtsdeko im Wohnzimmer und sorgen für festliche Stimmung.

Nordmanntannen sind die Verkaufsschlager

Mehrere Hundert dieser Bäume stammen von der Kitzinger Plantage. Auf zwei Hektar Fläche stehen hier Fichten und Tannen in verschiedenen Größen. „Am beliebtesten sind Nordmanntannen“, erklärt Hummel. Die meisten Menschen würden sich ihren Baum kurz vor Weihnachten holen, selbst an Heilig Abend würden noch Kunden kommen. „Da machen wir aber um 11 Uhr zu.“

Früher dran sind Andreas und Hannes Weiermann. Schon zwei Wochen vor dem Fest kümmern sie sich um ihren Baum. Ihr Wunschexemplar haben sie mittlerweile gefunden, jetzt geht es ans Absägen. Während Hannes den Baum festhält, kniet sich sein Vater auf den Boden und beginnt den Stamm zu bearbeiten. Nach wenigen, kräftigen Zügen mit der Säge ist dieser durchtrennt.

Erst ins Plastiknetz und dann ins Auto

„Der ist schön und hat genau die richtige Höhe“, sagt Andreas Weiermann zufrieden. Doch die Arbeit ist noch nicht getan: Auch für die Großmutter muss noch ein Baum gefunden werden. Als auch das erledigt ist, werden die beiden Bäume von Peter Hummel und seiner Frau Sabine im typischen Plastiknetz verpackt; dann können die Weiermanns sie im Auto abtransportieren.

Jeden Tag bis Weihnachten steht Hummel auf der Plantage bereit, an den Wochenenden wird er von seiner Frau unterstützt. Doch genug Arbeit gibt es auch außerhalb der Weihnachtszeit: „Überall dort, wo ein Baum abgesägt wurde, wird auch wieder ein neuer gepflanzt“, erklärt Hummel. Das gehe aber erst, wenn der Boden nicht mehr gefroren sei.

Nach dem Säen dauert es dann rund sieben Jahre, bis die Tannen und Fichten wieder groß genug sind, um zum Weihnachtsbaum zu werden. Sieben Jahre, bis sie geschmückt im Wohnzimmer landen, und dort zur Weihnachtszeit für festliche Stimmung sorgen.

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