KITZINGEN

Obst, Küken und ein Glücksfall

Das Armin-Knab-Gymnasium (AKG) ist einer der Schwergewichte, mit denen Kitzingen beim Wettbewerb Entente Florale punkten will. Schulgarten, Insektenhotel, Streuobstwiese, Bienen, Kaninchenställe, Backhaus, Küken und Experimente mit Energie – was sich in der Schule seit gut 20 Jahren in Sachen Grün und Naturvielfalt getan hat und tut, ist wert, es der Jury des europaweiten Wettbewerbs vorzuführen.
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Gemeinsame Sache: Das Armin-Knab-Gymnasium steht voll hinter dem Wettbewerb Entente Florale. In AKG laufen zahlreichen Aktionen. Mit dabei (von links): Stadtgärtner Johannes Lindner, Direktorin Margit Hofmann, die aktiven Schulgärtner zweimal Luisa sowie Antonia und Paula sowie Martin Schwab, der Mann hinter dem Schulgarten. Foto: Foto: Siegfried sebelka
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Das Armin-Knab-Gymnasium (AKG) ist einer der Schwergewichte, mit denen Kitzingen beim Wettbewerb Entente Florale punkten will. Schulgarten, Insektenhotel, Streuobstwiese, Bienen, Kaninchenställe, Backhaus, Küken und Experimente mit Energie – was sich in der Schule seit gut 20 Jahren in Sachen Grün und Naturvielfalt getan hat und tut, ist wert, es der Jury des europaweiten Wettbewerbs vorzuführen.

Davon ist Stadtgärtner Johannes Lindner überzeugt. Der ist zusammen mit Hilmar Hein vom Stadtbauamt einer der Manager des Wettbewerbs. Vor kurzem hat er den Hinweis für seine Überzeugung geliefert. Der ist 3,05 auf 1,50 Meter groß, steht als Plakatwand im Eingangsbereich des Schuleeingangs. Er zeigt, dass das AKG und Entente Florale zusammengehören. An der Tafel wird

die internationale Jury am 19. Juli vorbeilaufen, wenn sie sich anschaut, was in der Schule so geht. Das wird sie von Schülern erläutert bekommen – und zwar in Englisch, der Sprache, mit der sich die Juroren aus zwölf europäischen Ländern informieren werden.

Ob die beiden Luisas, Antonia und Paula aus der 5 d wie bei der Vorstellung der Tafel dabei sein werden, ist noch offen. Klar ist aber, sie gehören zu den Schülern, für die die Biologischen Übungen von Martin Schwab Höhepunkte im Schulalltag sind. Biologische Übungen hört sich nicht spektakulär an, es steckt aber viel dahinter.

Die legendäre Kükennacht zum Beispiel. Am AKG schwärmen davon nicht nur Antonia, die in diesen Jahr sechs Küken mit nach Hause genommen hat, sondern Generationen von Schülern. Die spannende Nacht, wenn 50 Schüler erleben, wie 40 Küken schlüpfen, hat eine nachhaltige Wirkung. Wobei in Sachen Grün und Natur Nachhaltigkeit am AKG einen Namen hat: Martin Schwab. Der Studiendirektor ist inzwischen gut vernetzt, wie das heute so schön heißt. Was bedeutet, er arbeitet mit Fachleuten von Außen zusammen. Bei den Küken ist das zum Beispiel Martin Schleyer vom Biohof in Repperndorf. Dort kommen die Eier her und dorthin gehen die Küken nach dem Schlupf im hauseigenen Brutkasten wieder zurück, wenn nicht Hühnerfans wie Antonia welche brauchen können.

Nicht nur hinter der Kükennacht steht mit Martin Schwab ein Lehrer, der seine Schüler für die Natur begeistern kann und in Lindner einen idealen Partner gefunden hat.

„Wenn wir was brauchen, der Stadtgärtner hat eine Lösung.“
Martin Schwab Lehrer am AKG

„Die Zusammenarbeit ist ein Glücksfall für uns“, sagt Schwab: „Wenn wir was brauchen, der Stadtgärtner findet eine Lösung.“ Das gilt nicht nur für den Balkenmäher, der gebraucht wird, um die schuleigene Streuobstwiese zu mähen. Dort werden übrigens auch Bienen betreut, auch in Zusammenarbeit mit einem Profi-Imker.

Schwab hat mit seiner Mannschaft eine größere Aktion im Schulgarten vor. Der hat sich in 20 Jahren oft verändert. Es gibt es Backhaus, das gerade renoviert wird. Das Dach ist neu gedeckt, der Verputz fehlt noch. Demnächst der Innungsobermeister der Bäcker, Markus Will, hier den Weg vom Getreide zum Bort zeigen.

In Zusammenarbeit mit Christoph Baare vom Bund Naturschutz ist ein Insektenhotel entstanden. Mit dem Fachmann aus Kaltensondheim geht es demnächst zu Photovoltaik und Energiefragen. Wieviel Energie muss ich per Dynamo erzeugen, um mein Handy aufladen zu können? Die Frage wird mit Muskelkraft geklärt.

Es gibt eine Kräuterspirale. Die Kaninchenställe sind für eine Gruppe der ideale Platz, um die Pausen zu verbringen, aber auch zu lernen, sich ganzjährig um die Tiere zu kümmern. Hier wird ein neuer Freilauf entstehen. Dazu kommt mit dem künstlichen Bachlauf, der in einem Teich endet, so was wie das Glanzstück. Auch hier gibt es Arbeit. Die Trockenmauern am Hang hinter dem Teich sind dran. Da ist wieder Lindner & Co gefragt, die schon mal irgendwo übrig gebliebe Steine liefern können. Dann heißt es „feste Steine schleppen, Mädels“, wie es Schulleiterin Margit Hofmann bei der Vorstellung der Plakattafel sagte. Sie steht wie ihre Vorgänger voll hinter den Projekten, die auch ohne Entente laufen, aber in diesem Jahr Kitzingen der Goldmedaille auf Europaebene ein bisschen näher bringen könnten.

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