Der Obernbreiter Weinbauverein stellte bei seiner traditionellen Jungweinprobe am Samstagabend im Rathaussaal zu Obernbreit seine Jungweine des Jahrganges 2011 – und vor allem auch seinen vor zwei Wochen neu gewählten Vorstand vor.

Der neue Vorsitzende ist auch der alte: Johannes Hamberger erhielt das klare Votum der Mitglieder den Verein für weitere zwei Jahre zu führen. Sein Stellvertreter ist Werner Ottenbreit, die Kasse führt Gertraud Stintzing, Schriftführer ist Karl-Friedrich Friedlein, der Leonhard Löther ablöste, der sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellte.

Die wichtigste Neuigkeit stellte Johannes Hamberger gleich an den Anfang: „Das Obernbreiter Weinfest zieht von den Höfen und Scheunen auf den Rathausplatz um.“ Sonst bleibt alles beim Alten – unter der Leitung des Weinfestgemeinschaftsvorsitzenden Detlev Kranl wird das Obernbreiter Weinfest wieder am ersten Juliwochenende stattfinden.

Ausgeschenkt werden wieder die Weine der Obernbreiter Winzer, die im vergangenen Jahr allerdings einen herben Verlust hinnehmen mussten und rund zwei Drittel ihrer Ernte bei dem Nachtfrost am 4. Mai einbüßten. Johannes Hamberger erinnerte in seinem Jahresrückblick an die Nacht vom 4. Mai, als der späte Nachtfrost mit Minus 4 Grad den Großteil der jungen Reben zerstörte und die Winzer damit in große Bedrängnis brachte: „Alles kaputt“, rief im Winzerkollege Eduard Krammer am nächsten Morgen auf dem Weg zum Weinberg entgegen. „Danach versuchte jeder zu retten, was noch zu retten war; beispielsweise die wenigen Austriebe, die nicht erfroren waren zu pflegen und neue Austriebe zu fördern. Hamberger wies darauf hin, dass die klassischen Restbehälter für Wein auf den Tischen bei der Weinprobe diesmal fehlten, um keinen Tropfen des kostbaren Gutes zu vergeuden.

„Finanziell war 2011 ein Verlustjahrgang“, resümierte er. Umso stolzer ist Hamberger, dass die Weine der zweiten Generation 2011 es dann doch noch bis zur Prädikats-Reife schafften. Kellermeister Armin Schmitt aus Rödelsee und Johannes Hamberger führten durch den Abend. Zur Verkostung kamen zehn Weine der Lage Obernbreiter Kanzel und einer vom Marktbreiter Sonnenberg. Davon waren drei vom Weingut Mark Löther, zwei von Eduard Krammer, drei vom Weinbau Johannes Hamberger und drei von der Winzergemeinschaft Franken.

Der Kellermeister sprach unter anderem von Rohdiamanten, die ihren Feinschliff noch in nächster Zeit erhalten werden. Besonders wies er auf die hohe Qualität der Weine hin, die ihren Höhepunkt in den Kategorien Kabinett und Spätlese fanden.