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Obernbreit

Obernbreit und Segnitz: Die gesplittete Abwassergebühr kommt

Auch die Gemeinden Obernbreit und Segnitz werden demnächst gesplittete Abwassergebühren erhalten. In einer gemeinsamen Sitzung in Obernbreit ließen sich die Räte am Mittwochabend über Voraussetzungen und Hintergründe für eine getrennte Abrechnung von Niederschlags- und Brauchwasser informieren und fassten die dazu nötigen Beschlüsse.
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Mit Segnitz und Obernbreit nahmen am Mittwochabend gleich zwei Ratsgremien am Tisch im Bürgersaal im Obernbreiter Rathaus Platz, um über die gesplittete Abwassergebühr zu beraten. Foto: Robert Haaß

Auch die Gemeinden Obernbreit und Segnitz werden demnächst gesplittete Abwassergebühren erhalten. In einer gemeinsamen Sitzung in Obernbreit ließen sich die Räte am Mittwochabend über Voraussetzungen und Hintergründe für eine getrennte Abrechnung von Niederschlags- und Brauchwasser informieren und fassten die dazu nötigen Beschlüsse.

Derzeit gilt in beiden Gemeinden noch die herkömmliche Regelung: Die Abwassergebühr wird nach dem Frischwasserbezug berechnet. Das berücksichtigt allerdings nicht das Niederschlagswasser von Dächern und versiegelten Flächen, das ebenfalls in den Kanal eingeleitet wird. Das ist aber bei der Dimensionierung der Leitungen mit eingerechnet und erhöht so auch die Kosten. Um das auszugleichen soll, wie schon in anderen Gemeinden der VG Marktbreit, künftig auch eine Niederschlagswassergebühr eingeführt werden.

Das führt am Ende nicht zu Mehreinnahmen für die Kommune, so der Vortrag von Michael Häfner vom Büro Dr. Schulte-Röder Kommunalberatung. Denn die Abwasserentsorgung ist eine kostenrechnende Einrichtung, bei der die anfallenden Kosten auf alle Nutzer umgelegt werden. Die zu erhebende Summe ist also am Ende die gleiche.

Beschwerden im Rathaus vortragen

Das hat zur Folge: Wer weniger einleitet, zahlt also auch weniger. Wer große versiegelte Flächen hat und das Regenwasser davon in den Kanal leitet, zahlt am Ende mehr. Die Berechnung des Niederschlagswassers erfolgt über die versiegelte Fläche, die nun im nächsten Schritt ermittelt wird. Sie erfolgt über die Auswertung von Luftbildaufnahmen.

Da diese natürlich nicht berücksichtigen kann, ob versiegelte Flächen eben nicht in die Kanalisation entwässert werden, ob Zisternen als Zwischenspeicher größere Regenmengen abpuffern oder gar für Brauchwasser genutzt werden, erhalten alle betroffenen Grundstücksbesitzer einen Auszug der Berechnung ihrer Grundstücksberechnung zur Überprüfung. Sollte es dabei Unstimmigkeiten geben, werden in den Rathäusern Bürgersprechstunden eingerichtet, in denen die Beschwerden vorgetragen und bei Bedarf berücksichtigt werden können. Zudem wird es in beiden Gemeinden noch eine Bürgerinformation geben.

Am Ende beschlossen beide Ratsgremien in getrennten Abstimmungen, die Aufträge an das Büro Schulte-Röder für die Benutzungsgebührenkalkulation nach der Grundstücksabflussbeiwertekalkulation, für die Erstellung der Globalberechnung und für die Beratung der getrennten Abwassergebühr zu erteilen.