Obernbreit

ÖPNV statt Schulbus: Obernbreiter Schüler sind Verlierer

Wenn die Obernbreiter bessere Busverbindungen haben, ist das an sich eine gute Sache. Allerdings nicht für die Schüler, die jetzt keinen Schulbus mehr haben.
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"Das wird ein ganz heißes Eisen", sagte Obernbreits Bürgermeister Bernhard Brückner, als es in der Ratssitzung am Montagabend um die Schülerbeförderung im kommenden Schuljahr ging. Denn da der öffentliche Personennahverkehr im südlichen Landkreis nun besser getaktet ist, kann auf einen eigenen Schulbus verzichtet werden. Wer von den Grundschülern mehr als zwei Kilometer weg von der Schule wohnt, bekommt künftig eine Monatskarte und kann mit dem Linienbus zur Schule fahren.

Schön für die 16 Obernbreiter Schüler, die diese Berechtigung haben. Allerdings gibt es 29 Schüler, die innerhalb der zwei Kilometer-Grenze wohnen. Wenn Platz war, konnten die, wie auch Mittel- und Realschüler, einfach den Schulbus mitbenutzen. Und das fällt jetzt weg. Ebenso entfällt die Schulbushaltestelle Am Sonnenhang - jetzt müssen die Schüler im Dorf zusteigen. "Wir sind da mehr als Verlierer", so Brückner und Ratsmitglied Matthias Walz befürchtete, dass wieder mehr Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht werden.

Weitere Themen im Gemeinderat:

Schuldenfrei - das könnte der Markt Obernbreit am Ende des Jahres sein, so die Banken einer vorzeitigen Tilgung der bestehenden Kredite in Höhe von knapp 65 000 Euro zustimmen. Angesichts der hohen Rücklagen , sie belaufen sich auf deutlich über drei Millionen Euro, finanztechnisch für die Gemeinde kein Problem. Allerdings, so Kämmerer Wolfgang Schmer bei der Beratung und Verabschiedung des Haushalts am Montag, könnte schon im kommenden Jahr ein neuer Kredit drohen: Die Sanierung des Kindergartens steht bevor. Für 2019 liegen die Investitionen knapp über einer Million Euro, allerdings nicht für die ganz großen Projekte. Geplant sind unter anderem die Sanierung des Spielplatzes Sieben Bäume, der Gehweg in der Raiffeisenstraße, Beschaffungen für den Bauhof, Sanierungen und Grunderwerb. Insgesamt hat der Etat ein Volumen von 4,5 Millionen Euro, wobei rund 1,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Das wird sich 2020 ändern, denn da sind alleine für den Inverstitionsteil des Etats über 4,7 Millionen Euro vorgesehen. Die Verabschiedung erfolgte ohne Gegenstimmen.

Nachdem es in den vergangenen sechs Jahren eine "Einheitsliste" für die Gemeinderatswahl in Obernbreit gegeben hat, wird sich das wohl nun wieder ändern. Eine Umfrage des Bürgermeisters unter den Parteien hat ergeben, dass sowohl CSU, als auch SPD und Freie Wähler bei den Wahlen 2020 wieder mit eigenen Listen antreten wollen.

Da es in Obernbreit bereits zwei große Freiflächen-Photovoltaikanlagen gibt, fasste der Rat schon 2009 den Beschluss, für die Nutzung von Solarenergie keine weiteren Flächen mehr frei zu geben. Ein erneuter Antrag, der am Montag zur Entscheidung vorlag, wurde vertagt, da weitere Anträge dazu gekommen sind. Nun soll erst geprüft werden, inwieweit Flächen entlang der Bahn privilegiert sind.

Im vereinfachten Verfahren kann der Bebauungsplan Sonnenhang 2 geändert und so drei neue Bauplätze geschaffen werden.

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