KITZINGEN

OB versteht die Welt nicht mehr

Die gute Nachricht zuerst: Die Stadt Kitzingen ist auf dem besten Weg, den nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für Kinder von eins bis drei Jahren noch vorhandenen Bedarf an 26 Plätzen zu decken. Die schlechte: Eine eher seltsame Abstimmung im Finanzausschuss hat den Bau von zehn Krippenplätzen im Kindergarten Sickershausen akut gefährdet.
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Kindergarten Sickershausen: Um eine Kinderkrippe mit zehn Plätzen soll der Kindergarten Sickershausen erweitert werden. Die Auftragsvergabe ist allerdings erst mal im Finanzausschuss gescheitert. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Die gute Nachricht zuerst: Die Stadt Kitzingen ist auf dem besten Weg, den nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für Kinder von eins bis drei Jahren noch vorhandenen Bedarf an 26 Plätzen zu decken. Die schlechte: Eine eher seltsame Abstimmung im Finanzausschuss hat den Bau von zehn Krippenplätzen im Kindergarten Sickershausen akut gefährdet.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr. Das ist Schwachsinn.“ Das war das, was Oberbürgermeister Siegfried Müller zur Abstimmung eingefallen ist. Dabei war die Sache selbst eigentlich klar: Im Sickershäuser Kindergarten soll es künftig 28 Kindergartenplätze und (neu) zehn Krippenplätze geben. Diesem Bedarf stimmte der Ausschuss ohne Gegenstimme zu. Auch die Kosten in Höhe von 248 000 Euro waren nicht das Thema und gingen – wenn auch knapp durch.

Das Problem war zumindest für einen Teil der Stadträte das von der Verwaltung vorgeschlagene Architekturbüro, das den Bau umsetzen soll. Ohne den Namen zu nennen und in der öffentlichen Sitzung konkret zu werden, sprachen Rosemarie Richter (UBK) und Jutta Wallrapp (Freie Wähler) von Problemen und schlechten Erfahrungen mit dem Büro in der Vergangenheit. Wie die Abstimmung zeigte, waren sie offenbar nicht allein.

Während der Auftrag an die Verwaltung, den Zuwendungsantrag und die Bauangabeplanung auf der Grundlage der Skizzen des Büros in die Wege zu leiten, noch eine Mehrheit mit sieben zu sechs Stimmen fand, fiel der nächste Auftrag mit der gleichen Stimmenzahl durch. Danach sollte das Büro den Brandschutznachweis erstellen und mit mit den Architekturleistungen beauftragt werden.

Damit war das „Schlamassel“ perfekt, wie es ein Teilnehmer nach der Sitzung ausdrückte. Klar ist, dass der Stadt die Zeit im Nacken sitzt. Das Problem erläuterte Bauamtsleiter Oliver Graumann. Die Anträge auf Förderung müssen bis Ende des Jahres bei der Regierung sein. Nur noch bis zum 31. Dezember läuft das Programm, nach dem die Krippen mit 70 Prozent bezuschusst werden. Findet die Stadt keine Lösung, kann die missglückte Abstimmung der Stadt viel Geld kosten.

Zwölf Plätze in St. Vinzenz

Nächste Möglichkeit, die Kuh irgendwie vom Eis zu kriegen, dürfte die Sitzung des Stadtrats am 14. November bieten. Wie das nach der Abstimmung gehen soll, ist allerdings derzeit völlig offen.

Schnell und einstimmig vom Tisch war dagegen der Antrag der Katholischen Kirchenstiftung St. Vinzenz. Die will den Kindergarten in der Sickershäuser Straße 1 sanieren und zwölf Krippenplätze schaffen. An den Gesamtkosten in Höhe von 234 000 Euro beteiligt sich die Stadt mit fast 50 000, der Eigenanteil des Trägers liegt bei gut 51 000 Euro. Der Zuschuss der Regierung beläuft sich auf 130 000 Euro. Die Krippe allein kostet 185 000. Hier ist die Regierung mit 130 000 Euro dabei, Stadt und Träger mit jeweils fast 28 000.

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