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Kitzingen

OB-Stichwahl: Manfred Paul setzt auf Erfahrung in der Krise

Wahlkampf betreibt der OB-Kandidat der SPD zwar auch, aber vor allem geht es ihm um die Bewältigung der Corona-Pandemie in der Stadt Kitzingen. Was er vor der Stichwahl sagt.
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Manfred Paul (SPD) geht am Sonntag als einer von zwei Bewerbern in die Stichwahl ums Kitzinger Oberbürgermeister-Amt. Foto: Evas Fototreff
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Manfred Paul (SPD) macht keine Hausbesuche oder Wahlveranstaltungen mehr, sondern konzentriert seinen Wahlkampf auf Flugblätter, Plakate, Anzeigen und seine Präsenz in den Medien. Er sagt aber auch: "Die Leute haben jetzt berechtigterweise andere Sorgen als den Wahlkampf in Kitzingen."

Deshalb möchte  der SPD-Kandidat, der sich in der Großen Kreisstadt um das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt, auch nicht lange über die Stichwahl am Sonntag reden: "Meine Themen und meine Person sind bekannt." Er bietet sich den Bürgern in Zeiten der Corona-Krise als erfahrener Manager an: "Gerade jetzt braucht es jemanden, der Erfahrung hat, der der Krise gewachsen ist und weiß, was er zu tun hat."

In Südamerika Krisen gemanagt

Der 62-Jährige verweist auf seine Erlebnisse als Knauf-Manager in Südamerika. In Brasilien und Argentinien habe er Währungszusammenbrüche und häufige Regierungswechsel erlebt und dabei seine Organisation gut zu führen gewusst. "Jetzt ist wichtig, dass jeder gut durch die Krise kommt", sagt Paul. Als ehemaliger Vorsitzender des Kitzinger Stadtmarketingvereins ergänzt er: "Wir müssen den Gewerbetreibenden unter die Arme greifen."

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Ein Vorschlag: Gutscheine kaufen, die jetzt Geld in die Kasse bringen, und sie nach der Krise gegen Waren tauschen. Oder: Esssen zum Mitnehmen bestellen. Manche Geschäfte könnten auch jetzt Waren bestellen und ausliefern. Doch nicht nur dem Handel müsse geholfen werden; Paul denkt auch an die Handwerksbetriebe und Freiberufler. "Alle müssen über die Runden kommen." Deshalb solle man für sie ein Programm auflegen. So könnte die Stadt prüfen, ob sie örtliche Betriebe bei Aufträgen bevorzugen dürfe. Paul betont: "Wenn das rechtlich möglich ist."

Außerdem würde er als OB die städtischen Hilfen mit denen des Landratsamtes abstimmen. Es dürfe nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Die Behörden könnten betroffenen Unternehmen zum Beispiel beim Bearbeiten von Förderanträgen helfen, damit sie schnell an Hilfsgelder kommen. Und als OB würde Paul Kontakt zur IHK, der Handwerkskammer, dem Stadtmarketing aufnehmen, um zügig und zielgerecht helfen zu können.

Paul ist wegen Corona nicht pessimistisch

Paul selbst ist "nicht so pessimistisch, dass uns die Corona-Krise über Jahre hinweg beschäftigen wird". Aber er sagt auch, dass die Stadt ihre Projekte überdenken müsse. Denn auch sie wird Einnahmen verlieren. Für Paul ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Große Projekte seien sowieso auf Jahre angelegt. Seine Devise: wo möglich verschieben, aber nicht streichen.

Der Sozialdemokrat betont, dass er unabhängig vom Ausgang der Wahl mit allen Gruppierungen im Stadtrat zum Wohl der Stadt zusammenarbeiten will. In das Gremium ist er bereits gewählt. "Wir sollten keine Parteigrenzen hochziehen", lautet sein Standpunkt.

Abschließend wendet sich der OB-Kandidat an die Bürger: "Wir sollten nicht den Kopf in den Sand stecken. Das Wichtigste ist, dass die Leute gesund bleiben und dass die Wirtschaft überlebt." Sein Appell: "Helfen wir zusammen."

Manfred Paul
Alter: 62 Jahre
Partei: SPD
Wohnort: Kitzingen
Beruf: kaufmännischer Geschäftsleiter Knauf Engnineering GmbH
Ehrenämter: Ortsvorsitzender der SPD seit 2015, ehemals SV-Vorsitzender Wiesenbronn, ehemals Stadtmarketingverein-Vorsitzender Kitzingen
Familie: verheiratet
Hobbys: Tennis, Radfahren, Lesen, Wandern, Garten und Reisen

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