Kitzingen

OB Müller: Kitzingen will Albertshöfern Leid ersparen

Die öffentliche Anprangerung Kitzingens durch Albertshofen und einen TV-Sender wegen eines unfertigen Radwegs hat die Stadtpolitiker tief getroffen. Der OB reagiert.
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Ende Oktober wurde der neue Radweg von Albertshofen nach Kitzingen freigegeben. Noch endet er an der Gemarkungsgrenze der Stadt. Der Kitzinger Stadtrat wehrt sich nun dagegen, deshalb als Schildbürger bezeichnet zu werden. Archivfoto: Hartmut Hess

Der Ärger ist noch nicht verflogen: In der jüngsten Bauausschusssitzung des Kitzinger Stadtrats befasste sich das Gremium mit dem Radweg, den die Gemeinde Albertshofen auf eigene Faust bis zur Gemarkungsgrenze Kitzingens gebaut hat. Das allein ist zwar ungewöhnlich, aber verärgert hat OB Siegfried Müller und den Stadtrat, dass Albertshofen die Stadt Kitzingen bei der Eröffnung quasi nötigte, doch nun endlich für die Fortführung des Weges zu sorgen, damit dieser nicht im Nirwana ende. Seit zwölf Jahre warte die Gemeinde auf die Initiative Kitzingens.

„Der Hammer der Woche“ im ZDF

Noch einen obendrauf setzte aus Sicht des Gremiums ein Fernsehbeitrag des ZDF mit dem Titel „Der Hammer der Woche“, der Kitzingen als Schildbürgerkommune darstellte, weil sie den Weg nicht weiterbauen lässt.

Stadtrat Stephan Küntzer (CSU) empfand diese öffentliche Kritik als „unfair“ und „ungünstig“. Er fühle sich geradezu „erpresst“. Küntzer hat im Beitrag des Senders die Argumente Kitzingens vermisst, zum Beispiel, dass es schon „einen schönen Radweg“ von Kitzingen nach Albertshofen am Main entlang gebe.

Müller: Es gibt schon zwei Radwege

Dem sprang der Oberbürgermeister bei. Es gebe sogar zwei Radwegverbindungen zwischen den beiden Kommunen. Der neue, dritte Weg diene allein dazu, „dass die Albertshöfer leicht und gefahrlos zum Kaufland kommen“, behauptete Müller. Deshalb sei der unvollendete Weg kein Kitzinger, sondern ein Albertshöfer Schildbürgerstreich.

Müller rüffelte den Alleingang der Albertshöfer: „Bei gut nachbarschaftlichen Verhältnissen macht man so etwas eigentlich nicht.“ Dieses Verhalten habe ihn enttäuscht, und das habe er auch seinem Amtskollegen Horst Reuther mitgeteilt.

Provisorium kommt Albertshöfern entgegen

In der Sache lenkte der OB allerdings ein: Wie berichtet, wird die Stadt den unvollendeten Radweg nun provisorisch mit Schotter und Splitt auf ihrer Seite verlängern, damit die Radler nicht plötzlich vor dem Nichts stehen. Müllers Kommentar: „Dieses Leid wollen wir den Albertshöfern ersparen.“



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