KITZINGEN

Nur zwölf Vorsitzende in 125 Jahren

Der Kleintierzuchtverein Kitzingen und Umgebung zählt zu den ältesten Vereinen in der Stadt. Seit 2011 trägt Uwe Hartmann die Verantwortung für Verein und Zuchtanlage. Nach 125 Jahren ist Hartmann der zwölfte Vorsitzende.
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Jubiläum: Vorsitzender Uwe Hartmann und (hinten von links) stellvertretender Landrat Paul Streng sowie OB Siegfried Müller überreichten Ehrenurkunden und ernannten (mittlere Reihe von links) Alfons Englert, Friedrich Hümmer und Hans Pötzinger zu Ehrenmitgliedern sowie Reinhard May (vorne) zum Ehrenzuchtwart. FOTO: G. BAUER

Der Kleintierzuchtverein Kitzingen und Umgebung zählt zu den ältesten Vereinen in der Stadt. Seit 2011 trägt Uwe Hartmann die Verantwortung für Verein und Zuchtanlage. Nach 125 Jahren ist Hartmann der zwölfte Vorsitzende.

Als sich Stadtpfarrer Reuß 1889 mit Gleichgesinnten zum Rassegeflügelzuchtverein zusammenschloss, stand neben der Freizeitgestaltung auch eine Bereicherung des Speisezettels an. Beim Festkommers auf dem neuen Zuchtgelände übernahm es die Jugendabteilung, den Gästen die Vorsitzenden vorzustellen. Unter denen fanden sich namhafte Kitzinger Bürger wie Kommerzienrat August Wildhagen, Paul Schwertfeger, Otto Zimmermann und nicht zuletzt Heinrich Lang. Schwertfeger brachte es in schwierigen Zeiten auf 23 Jahre (1923 bis 1946), Zimmermann auf 15 Jahre (1950 bis 1965) und Heinrich Lang sogar auf 37 Jahre; er ist heute Ehrenvorsitzender. Er leitete mit dem Vorsitzenden des Rassekaninchenzuchtvereins Kitzingen, Friedrich Hümmer, 2000 den Zusammenschluss beider Vereine ein.

Als Kleintiere Pflicht waren

„Man könnte viele Geschichten aus dem Vereinsleben erzählen“, stellte Hartmann fest, verzichtete aber auf das Verlesen von Chronikauszügen. Hartmann erinnerte an die früher in der Siedlung geltende Heimstättenregelung, wonach die Bewohner auch Kleintiere halten mussten. Diese Regelung gelte allerdings nicht mehr. Die Verbindung zur Siedlung stellte der Gesangverein her, dessen Vorsitzender Thomas Bambach Grüße aus der Nachbarschaft brachte.

Für Oberbürgermeister Siegfried Müller ist der Verein ein Beispiel für Zusammenhalt in der Siedlung. Müller unterstrich, dass mit dem Auszug aus dem früheren Domizil auf dem Areal des Landwirtschaftsamtes das benachbarte Gelände am Lerchenbühl sinnvoll genutzt werde. „Die neue Zuchtanlage sucht heute ihresgleichen.“ Von einer stolzen Zahl mit Symbolcharakter sprach stellvertretender Landrat Paul Streng. Zerlegt in die Bestandteile zwölf und fünf bedeute dies, dass sich fünf Finger einer Hand um die Tiere kümmerten, und das zwölf Monate im Jahr. Die Zahl 125 bedeute auch 125 Jahre gelebtes Ehrenamt.

Die Bezirksvorsitzende der Rassegeflügelzuchtvereine, Michaela Huber, bezeichnete den sinnvollen Umgang mit Tieren heute als wichtiger denn je. Nur so könnten junge Menschen ein pflichtbewusstes Leben erfahren. Ihr Kollege von den Rassekaninchenzuchtvereinen Unterfrankens, Josef Steiner, bezeichnete Vereine wie die Kitzinger Kleintierzüchter hinsichtlich Alter, Größe und Aktivitäten als eher selten.

Wichtig Rolle gespielt

Günter Schürer, Kreisvorsitzender Würzburg-Main-Spessart-Kitzingen der Rassekaninchenzuchtvereine, sagte, die Idee der Gründerväter sei mit Idealismus bis heute erhalten geblieben.

Wolfgang Wirth, im gleichen Gebiet zuständig für Rassegeflügelzüchter, fügte hinzu, dass die Geflügelzucht in Kitzingen bei Bezirksschauen wie in der Florian-Geyer-Halle eine wichtige Rolle gespielt habe. Mit dem Aufbau der neuen Zuchtanlage habe der Verein vor Jahren einen wichtigen Grundstein für die Zukunft gelegt. Er überreichte Uwe Hartmann die Bundesehrennadel in Silber.

Auf Ehrungen verzichtete der Verein und will sie in der Jahreshauptversammlung vornehmen. Hartmann ließ es sich jedoch nicht nehmen, zusammen mit OB Müller einige Ehrenmitglieder zu ernennen.

Hartmann ernannte Reinhard May zum Ehrenzuchtwart. Neues Ehrenmitglied wurde Alfons Englert, der dem Verein seit 1972 angehört und sich um den Bau der neuen Zuchtanlage kümmerte. Ehrenmitglied wurde zudem Friedrich Hümmer, der letzte Vorsitzende des Rassekaninchenzuchtvereins vor dem Zusammenschluss, sowie Hans Pötzinger, der dem Verein seit 36 Jahren an verantwortlichen Stellen angehört.

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