Kitzingen

Notwohngebiet: Landkreis setzt ein finanzielles Zeichen

Positive Nachricht für das Kitzinger Notwohngebiet: Endlich haben alle warmes Wasser. Damit die Hilfe auch anhält, stellt der Kreis bis 2023 insgesamt 150000 Euro bereit.
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Ein Trio bietet den 106 Bewohnern des Kitzinger Notwohngebietes fachliche Hilfe: Die beiden Sozialpädagoginnen Christina Flurschütz (links) und Tamara Licheva sowie Hausmeister Gunther Dürner. Der Landkreis stellt für die Obdachlosenfürsorge insgesamt 150 000 Euro zur Verfügung.  Foto: Diana Fuchs (Archiv)

Erst als das Fernsehen kam und das Kitzinger Notwohngebiet landesweit in die Schlagzeilen brachte, geriet in der Egerländer Straße einiges in Bewegung. Im April 2018 wurden vom Kitzinger Stadtrat denn endlich auch Sofortmaßnahmen beschlossen: Ein Hausmeister wurde eingestellt, seit diesem Monat gibt es nun auch Warmwasser für alle Wohnungen. 

Eine weitere Maßnahme: Zwei Sozialpädagoginnen stehen nunmehr für Ratsuchende bereit. Dafür gibt es inzwischen eine eigene Sozialberatungsstelle in der Egerländer Straße 22. Mit Unterstützung von Caritasverband und Diakonischem Werk sowie gefördert von der Stadt und vom Landkreis können Christina Flurschütz und Tamara Licheva pro Woche 30 Sprechstunden anbieten, um Fragen zu persönlichen Krisen und Problemlagen zu besprechen.

Ein neues Konzept muss her

Die Förderung des Landkreises fällt durchaus generös aus: Wie der Ausschuss für Familie, Senioren und Integration am Dienstagnachmittag beschloss, stellt der Kreis für die Obachlosenfürsorge in dem Kitzinger Notwohngebiet zunächst insgesamt 60 000 Euro bereit. 10 000 für den vergangenen Herbst, 30 000 Euro in diesem Jahr und 20 000 Euro im kommenden Jahr. Verbunden ist damit der Auftrag an die Stadt, ein neues Konzept für das Notwohngebiet zu erstellen.

Zudem stellt der Landkreis in Aussicht, die Förderung auf weitere drei Jahre – von 2021 bis 2023 –auszudehnen. Dann würde es pro Jahr 30 000 Euro als freiwillige Leistung geben. Voraussetzung auch hier: Alle Partner bleiben im Boot und die Arbeit der Beratungsstelle ergibt weiter Sinn. Mit dem Geld, so betonte Landrätin Tamara Bischof, wolle man bewusst "ein Zeichen setzen".

Von Süchten und Lebenskrisen

Christina Flurschütz und Tamara Licheva nutzten die Sitzung, um über die ersten Monate ihrer Vor-Ort-Arbeit zu berichten. Aktuell leben demnach 106 Menschen – 69 Männer, 28 Frauen und fünf Familien mit neun Kindern – in dem betreffenden Gebiet. Die Problemlagen seien breit gefächert, eine Mischung aus Suchterkrankung, Schulden und Lebenskrise. Bisher hätten 56 Bewohner das Beratungsangebot in Anspruch genommen, insgesamt wurden über 500 Gespräche geführt. Ziel sei immer, einen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Dies sei jedoch nur ganz schwer zu erreichen.  

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