KITZINGEN

Notruf nach Ärger bei Monopoly: Knapp an Gefängnis vorbei

Weil er sich über Schummeleien beim Monopoly-Spiel geärgert hatte, rief ein 24-jähriger Schausteller-Gehilfe beim Polizei-Notruf an – was ihn jetzt 3600 Euro kostet.
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Deutsche Monopoly Meisterschaft in Berlin
Monopoly

Weil er sich über die Schummeleien seiner Mitspielerinnen beim Monopoly-Spiel geärgert hatte, rief ein 24-jähriger Schausteller-Gehilfe beim Polizei-Notruf an – was ihn jetzt 3600 Euro (80 Tagessätze zu je 45 Euro) kostet.

Eine Juli-Nacht im vergangenen Jahr: In Kitzingen haben sich einige Mit-Zwanziger zum Monopoly verabredet. Man albert, trinkt und zieht sich gegenseitig auf. Die Stimmung ist ausgelassen. Weil sich zwei Mitspielerinnen ab und an Geld zustecken und sich so gegenseitig helfen, treibt es der 24-Jährige auf die Spitze: Er wählt den Polizeinotruf und meldet, dass er beim Spiel „beschissen“ worden sei. Was als Scherz gedacht ist, geht gehörig nach hinten los.

Klarnamen genannt

Der Anrufer nennt sogar noch seinen Nachnamen, merkt dann aber, dass er gerade Mist gebaut haben könnte, erfindet noch schnell einen Vornamen – doch es ist zu spät. Über seine Handynummer ist er aufgeflogen. Der – wie es im Juristendeutsch heißt – „Missbrauch von Notrufen“ ist damit aktenkundig.

Die „unsinnige Aktion“, so formuliert es später der Kitzinger Strafrichter Peter Weiß in seiner Urteilsbegründung, bringt den Schaustellergehilfen in Nöte: Zum Zeitpunkt des Telefonats steht er unter zweifacher Bewährung. Insgesamt hat der gebürtige Würzburger zehn Vorstrafen, mehrfach saß er hinter Gitter. Zuletzt verpasste er auf der Würzburger Juliuspromenade einem Kontrahenten einen Faustschlag ins Gesicht und fing sich dafür eine fünfmonatige Haftstrafe auf Bewährung ein.

Knapp an Freiheitsstrafe vorbei

Wie bei Monopoly ging es auch jetzt in der Realität darum, nicht ins Gefängnis zu kommen. Denkbar knapp segelte der Angeklagte vor dem Kitzinger Strafrichter an einer weiteren Freiheitsstrafe vorbei. Die Staatsanwaltschaft hätte den Mann wegen des „Notrufs“ bei der Polizei gerne vier Monate weggesperrt gesehen. Der Verteidiger hatte auf eine moderatere Geldstrafe von 50 Tagessätzen plädiert – mit dem Hinweis, dass sein Mandant durch eine starke Medienberichterstattung bereits „eine Art von Strafe“ erhalten habe.

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