Einmal mehr war der geplante Kies- und Sandabbau durch die Firma LZR (Lenz- Ziegler-Reifenscheid, Kitzingen) in der „Au“ ein Thema im Nordheimer Gemeinderat. Am Montagabend informierte Bürgermeister Guido Braun in der Ratssitzung, dass sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen habe, „dass wir eigentlich den Sand- und Kiesabbau in Nordheim auch nicht wünschen“.

Das umstrittene Vorhaben zwischen Radweg und Altmain (unterhalb der Kläranlage) war auch Thema eines Schreibens des Touristikrats Nordheim, aus dem Braun zitierte. Darin wird unter anderem auf den mit dem Abbau verbundenen Lasterverkehr hingewiesen: Das Aufkommen der schweren Gefährte werde sich im Ort auf 25 Prozent erhöhen, so der Rat. Nachteile sehe man auch für die touristische Entwicklung Nordheims, unter anderem beim Main-Radweg. Durch querende Lkw bestehe die Gefahr, dass eine Abwertung des mit fünf Sternen vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ausgezeichneten Wegs erfolge.

Der Touristikrat hat sich laut Braun in seiner Sitzung am 29. April mehrheitlich gegen die LZR-Pläne für die neun Hektar große Fläche ausgesprochen. Damit die brach liegenden Grundstücke in der Au nicht weiter an Wert verlieren, werde sich der Touristikrat in einer seiner nächsten Sitzungen Gedanken über eine naturverträgliche Nachnutzung und den Erhalt der Vielfalt der Landschaft im Mainvorland machen und Projekte vorschlagen.

„Die Gemeinde Nordheim“, so der Bürgermeister, werde ihre offizielle Stellungnahme zum Projekt erst nach Aufforderung abgeben. Die Bürgerinitiative Nordheim, die den Abbau verhindern möchte, habe in dieser Sache bereits nach München geschrieben, berichtete Braun.

Nach den bisherigen LZR-Planungen sollte der Abbau ab 2017 laufen und rund zehn Jahre dauern. Rund 500 Tonnen Sand und Kies würden dabei täglich aus der Au gebaggert werden, etwa jede Viertelstunde ein Laster durch Nordheim rollen.