Kitzingen

Nieser-Haus soll außen und innen in neuem Glanz erstrahlen

Die Kitzinger Tourist-Info ist Teil des Stadteingangs, wenn man über die Alte Mainbrücke kommt. Für mehr als eine Million Euro soll sie für die Besucher attraktiver werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kitzinger Tourist-Info (links) bildet einen Teil des Stadteingangs, wenn man über die Alte Mainbrücke kommt. Das Gebäude soll nun aufwändig saniert und damit attraktiver für Besucher werden. Foto: Michael Mößlein
+2 Bilder

Wer als Gast andere Städte besucht, weiß es zu schätzen, wenn die Tourist-Info zentral gelegen, gut erreichbar ist und ausreichend Infos über die Urlaubsregion zu bieten hat. Mittlerweile haben dafür städtische Büros, die den Charme alter Empfangsschalter versprühen, vielerorts ausgedient. Nicht selten trifft man auf moderne, großzügige Räume, die den Aufenthalt in der Fremde von Anfang an attraktiv gestalten und zum Bleiben einladen.

Lange hat sich die Stadt Kitzingen überlegt, wohin sie ihre Tourist-Info verfrachten soll. Der Marktplatz schien lange der bevorzugte Ort dafür, weil erste Anlaufstelle für Auswärtige. Doch schließlich setzte sich das Nieser-Haus an der Alten Mainbrücke durch, das schon heute die Tourist-Info beherbergt. Allerdings soll es nun in neuem Glanz erstrahlen und vor allem mehr Platz bieten.

Generalsanierung innen und außen

Dazu steht eine Generalsanierung an, bei der nicht nur die Arkaden geschlossen und somit mehr Flächen entstehen sollen. Auf allen Geschossen wird die Tourist-Info umgebaut: freundlicher, heller, moderner.

Kürzlich stellte das Architekturbüro Wiener und Partner,  Karlstadt, erste Entwürfe vor. Die Tourist-Info liege am Main, was ein großer Vorteil sei, erklärte Silja Wiener, die mit ihrem Vater Alfred in die jüngste Stadtratssitzung gekommen war. Allerdings müssten der Zugang und das Erdgeschoss barrierefrei werden. Deshalb wird der künftige Eingang auf die Seite der Mainbrücke angelegt, gut erreichbar auch für Radler und Fußgänger. Die Arkaden des Hauses werden nicht benötigt, deshalb wird der Raum bis zur äußeren Säulenreihe hinaus gezogen. 

In den oberen Geschossen finden sich Stau-, Besprechungs- und Arbeitsräume fürs Personal. Damit mehr Licht hineinkommt, wird es größere Gauben geben und folglich mehr Glas. All das ist mit dem Denkmalschutz abgesprochen.

Kontroverse um einen Balkon

Eine Kontroverse verursacht ein geplanter angehängter Balkon: Der Denkmalschutz ist dagegen, die städtische Gestaltungssatzung lässt ihn ebenfalls nicht zu, und auch der Stadtrat war geteilter Meinung. Während Tourist-Info-Leiterin Vanessa Feineis den Balkon gern den Gästen als zusätzliche Aufenthaltsfläche anbieten will, auf der sie in Ruhe Material über die Stadt studieren können, fragten Stadträte, warum man ihn überhaupt brauche, wo doch die Mainbrücke selbst wie ein riesiger Balkon wirke.

Außerdem kam die Frage auf, ob die Stadt sich selbst etwas erlauben dürfe, was den Bürgern über die Gestaltungssatzung verwehrt sei. Das Architekturbüro will bis zur nächsten Behandlung des Themas Vorschläge machen, wie der Balkon aussehen könnte. Danach erst will das Gremium darüber entscheiden.

Die Kosten gliedern sich wie folgt auf: Bauwerk: 400 000 Euro, technische Anlagen: 258 000 Euro, Außenanlagen: 75 000 Euro und die Ausstattung samt Kunstwerken: 150 000 Euro. Mit den Baunebenkosten ergeben sich 1,05 Millionen Euro. Für die Sanierung erhofft sich die Stadt staatliche Zuschüsse. 

Geplant ist mit einem Baubeginn im vierten Quartal 2020, wenn die nächste Touristensaison beendet sein wird. Der Tourismus-Referent im Stadtrat, Dietrich Hermann (FW-FBW) hält die Lösung insgesamt für sehr gut: "Eine Immobilie in bester Lage".

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren