VOLKACH

Nichts ging mehr bei Bosch-Rexroth

Am Donnerstag ab 6 Uhr ging bei der Firma Bosch-Rexroth nichts mehr. Die Dimbacher Straße vor dem Werk war für jeglichen Verkehr gesperrt - Streik.
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Bundestagsabgeordneter Klaus Ernst (links) war extra aus Berlin nach Volkach gekommen, um den Streikenden seine Solidarität zu bekunden.

Am Donnerstag ab 6 Uhr ging bei der Firma Bosch-Rexroth nichts mehr. Die Dimbacher Straße vor dem Werk war für jeglichen Verkehr gesperrt, auf dem Parkplatz vor der Firma war ein Zelt aufgebaut. Die IG-Metall hatte zum Streik aufgerufen und konnte einen prominenten Gast aus der Politik begrüßen. Bundestagsabgeordneter Klaus Ernst (Die Linke), Leiter des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, war aus Berlin angereist, um seine Solidarität mit den Streikenden zu bekunden und hatte auch einige fetzige Worte für die Geschäftsführung mitgebracht.

Jeder seiner Sätze wurde von den etwa 100 Streikenden mit Trillerpfeifen quittiert. „In der Firma ist kein einziger Arbeiter mehr“, teilte Stefan Englert, freigestellter Betriebsrat der Firma mit. „Alle drei Schichten treten die Arbeit nicht an“, ergänzte er. „Erst morgen um 6 Uhr geht es wieder los.“ Kein Zweifel: Die Mitarbeiter sind mit den momentanen Angeboten der Geschäftsführung absolut nicht einverstanden und brachten das vehement mit Reden, Pfiffen und Plakaten zum Ausdruck. Werner Flierl, Bevollmächtigter der IG-Metal-Geschäftsstelle Würzburg schaltete sich über Lautsprecher ein und teilte mit, dass aktuell das Arbeitsgericht den Streik als rechtmäßig erklärt hat.

„Die Drohungen aus der Vorstandsebene werden wohl im Sande verlaufen“, so sein Bericht unter dem Jubel der Streikenden.

Am frühen Nachmittag dampfte dann nicht nur der Bratwurststand, sondern auch die Stimmung, angeheizt von Klaus Ernst. „Wir brauchen uns wegen des Streiks nicht zu schämen“, so sein Appell. „Die Statistik sagt, dass Franzosen, Italiener und andere Europäer viel mehr streiken. Und übrigens, es gibt nur zwei Länder die weniger Streiktage haben wie wir: das sind die Österreicher und der Vatikanstaat“, legte Ernst nach.

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