Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Diese Plattitüde mag man den Marktbreiter Räten zurufen, wenn man ihr Verhalten gegenüber dem Bürgerbegehren zum Erhalt der Tankstelle am Mainufer betrachtet.

Natürlich haben auch die Räte gute Argumente für eine Verlegung der Tankstelle weg vom Mainufer: Die Verkehrssituation, der begrenzte Platz und auch die Zukunftsfähigkeit sind sicher nicht einfach weg zu diskutierten. Mit ihrem Ratsbegehren machen sie den Bürgerentscheid nun aber unnötig kompliziert.

Da müssen die stimmberechtigten Marktbreiter nicht nur über die Frage des Bürgerbegehrens antworten, es gibt die nahezu gegenläufige Frage des Ratsbegehrens und es gibt zudem noch eine Stichfrage darüber, welcher Bürgerbescheid gelten soll, falls beide eine Mehrheit erhalten. Das ist schon reichlich kompliziert.

Darüber hinaus könnte man den Räten auch vorwerfen, mit nicht ganz sauberen Tricks zu arbeiten: Da wird das später initiierte Ratsbegehren als „Bürgerentscheid 1“ dem Bürgerbegehren („Bürgerentscheid 2“) vorangestellt, was man ebenso als subtile Beeinflussung sehen kann, wie die Formulierung „zukunftsfähige Tankstelle im Grenzgebiet Marktbreit/Marktsteft“.

Sicher arbeiten auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens mit Emotionen und sind nicht immer sachlich – wie auch der eine oder andere Stadtrat in öffentlicher Sitzung.

Das zeigt die Tiefe der Gräben in Marktbreit, die wohl auch nach den Bürgerentscheiden am 22. Dezember nicht gleich verfüllt sein dürften. Ein Verzicht auf das Ratsbegehren hätte hier sicher geholfen.